PTA-News

PTA-News

Symbilbild lernende PTA oder PKA
Zwei Tipps für mehr Lernmotivation

In einen Gesundheitsberuf einzusteigen heißt, eine beachtliche Lernleistung hinzulegen. Das gilt auch für PTA und PKA. Wer die Abschlussprüfung besteht, hat nicht nur seine fachliche Grundfitness bewiesen, sondern auch gelernt, sich immer wieder zum Lernen zu motivieren.

Aber auch nach dem Berufseinstieg müssen Apothekenmitarbeiterinnen weiterlernen. Leitlinien, Gesetzesvorgaben, Rabattverträge, Apotheken-Technik, Arzneimittel – auf diesen Feldern tut sich immer wieder etwas. Das schlägt sich auch in der Zahl an Fortbildungen nieder. Woher aber die Motivation nehmen, sich trotz stressigem Arbeitsalltag und bei wenig finanziellen Anreizen damit zu befassen?

In diesem Artikel verraten wir dir, warum Lernen sich über den fachlichen Bereich hinaus für dich auszahlt und geben dir zwei Tipps, wie du auch im Arbeitsalltag die nötige Lernmotivation findest.

Fachwissen macht den Umgang mit Kunden leichter

Im besten Fall sind PTA und PKA nicht nur Verkäufer, sondern auch Gesundheitsberater. Hier ist natürlich Fachwissen gefragt, das beständig geupdatet und ausgebaut werden muss. Der Lernerfolg zeigt sich aber nicht nur bei der inhaltlichen Qualität der Kundenberatung.

Wissen verschafft Apothekenmitarbeiterinnen einen Kommunikationsvorsprung. Manche Kunden haben Probleme, die im Alltag mit einem Tabu belegt sind. Sie leiden beispielsweise an Potenzstörungen oder sind inkontinent. Ihnen fällt es dann sehr schwer, darüber zu reden. Eine PTA, die mit der Thematik vertraut ist, findet schneller und besser Worte, um dem Kunden das nötige Wissen zu seinem Leiden und der passenden Behandlung zu vermitteln. Dieses Wissen schützt auch davor, sich im Gespräch automatisch von der Scham des Anderen anstecken zu lassen.

Wer fachlich auf der Höhe ist, berät auch deshalb besser, weil er oder sie dadurch sicherer auftritt. Der Kunde bekommt das Gefühl, dass die Person auf der anderen Seite des HV-Tisches weiß, wovon sie redet. Er reagiert dann anders und im besten Fall entsteht so eine positive Feedbackschleife: Die Sicherheit der PTA, gibt dem Kunden ein gutes Gefühl, er reagiert positiver, wodurch die PTA wiederum darin bestätigt wird, alles richtig zu machen.

Lernen für die Arbeit zahlt sich noch im Rentenalter aus

Beim Lernen bilden sich neue Verknüpfungen im Gehirn. Das Denkorgan wird angeregt und dadurch gestärkt. Deshalb ist Bildung auch einer der Faktoren, die die sogenannte kognitive Reserve günstig beeinflussen. Mit „kognitiver Reserve“ sind die Fähigkeit des Gehirns, sich neu zu verdrahten, die Dichte der Hirnzellen aber auch die erlernten Fähigkeiten gemeint, die Menschen helfen, trotz alters- und krankheitsbedingtem geistigem Abbau lange gut zurecht zu kommen. Wer sein Leben lang geistig aktiv bleibt, ist also auch im Alter länger fit. Sich fortzubilden nützt einem daher auch noch im Rentenalter.

Lerntipp: Nicht von Wissenslücken entmutigen lassen

Viele Menschen sind entmutigt und frustriert, wenn sie merken, dass sie etwas nicht wissen. Dabei ist das Gefühl, nichts zu wissen, nicht unbedingt ein Zeichen für mangelnden Lernerfolg. Dieses Gefühl zeigt vielmehr an, dass man ein gewisses Level erreicht hat. Dieses erlaubt einem erst, sein Wissensfeld so weit zu überblicken, dass man die Grenzen seiner Kenntnisse erkennen kann. Sieh Wissenslücken deshalb als Ansporn und vergiss dabei nicht, dass auch kleine Lernerfolge Erfolge sind.

Lerntipp: Belohne dich!

Es gibt Menschen, die aus purem Interesse lernen. Viele Menschen aber lernen, weil sie sich davon etwas versprechen. Ein Unterschied zwischen ihnen ist, dass das Belohnungssystem bei Ersteren schon einfach dadurch aktiviert wird, dass sie etwas neues Spannendes verstanden haben. Wenn du nicht zu dieser Gruppe der sogenannten „intrinsisch Motivierten“ gehörst oder ein Thema dich einfach nicht reizt, dann macht das aber nichts. Du kannst deinem Belohnungssystem auch einfach auf die Sprünge helfen. Dafür setzt du dir ein realistisches Lernziel und belohnst dich, wenn du es erreichst.

Je nach Größe deines Ziels kann die Belohnung zum Beispiel so aussehen, dass du dir eine Tasse von deinem Lieblingstee machst, dir ein Stück Schokolade gönnst, du nach der Arbeit etwas tust, was dir Spaß macht, oder du dir etwas bestimmtes kaufst. Das kann beispielsweise ein Roman sein, den du schon länger lesen wolltest, oder ein neues Kleidungsstück. Entscheidend ist, dass du dir damit eine Freude machst und das Gefühl hast, es dir mit deiner Leistung auch verdient zu haben.

Übrigens…

Wir bei apothekia finden auch, dass Lernen belohnt und Lernleistungen gewertschätzt werden sollten. Deshalb haben wir unsere Online-Lernmodule auch so programmiert, dass ihr euren Lernerfolg nicht nur messen, sondern auch in Prämien verwandeln könnt.

Quellen

Maier, W et al.: Art. Kognitive Reservekapazität. In: Pschyrembel Online (Stand Februar 2018)

Wirtschaftspsycholgische Gesellschaft (Hg.): Intrinsische und extrinsische Motivation. Unter: wpgs.de

Mann mit Sodbrennen
Sodbrennen: „Dauerbrenner“ am HV-Tisch

Rund jeder fünfte Deutsche leidet zumindest gelegentlich unter Sodbrennen. Als einer der klassischen Auslöser gelten zu große, zu fettige Mahlzeiten. Die brennenden Schmerzen hinter dem Brustbein und im oberen Magen sind in erster Linie unangenehm und lassen sich gut behandeln. Doch so einfach, wie es scheint, ist es mit Sodbrennen nicht. Es ist ein Symptom mit sehr vielen möglichen Ursachen. Zugleich kann Sodbrennen selbst zur Krankheitsursache werden. In diesem Beitrag schauen wir uns daher genauer an, woher Sodbrennen kommt und bis zu welchem Punkt Selbstmedikation die passende Antwort auf das Volksleiden ist.

Magensaft – ätzend aber hilfreich

Vielen ist es vielleicht nicht bewusst, aber der menschliche Körper produziert jeden Tag stark ätzende Salzsäure. Als wichtiger Bestandteil des Magensaftes sorgt sie dafür, dass der pH-Wert im Magen im sauren Bereich bleibt. Während der pH-Wert bei nüchternem Magen bis auf 1 absinken kann, liegt er nach einer Mahlzeit in der Regel zwischen 2 und 4. Indem sie ein saures Milieu schafft, arbeitet die Magensäure für uns: Sie hilft auf mehrere Arten dabei, den zerkauten Speisebrei verdaulich zu machen. Zum einen werden Eiweiße in der Nahrung durch die Säure aufgespalten und sind so leichter verdaulich. Zum anderen kann die Säure Krankheitserreger, die auf schlecht gewaschenem Salat oder nicht durchgebratenem Fleisch sitzen, abtöten.

Für Menschen mit Sodbrennen wird Magensäure aber zum Problem. Die auch als „Refluxösophagitis“ bekannten Beschwerden entstehen, wenn die Magensäure an die falsche Stelle gelangt – nämlich in die Speiseröhre.

Ab wann wird aus dem Volksleiden eine Krankheit?

Zur Krankheit wird Sodbrennen dann, wenn sich die Speiseröhre durch den ständigen Kontakt mit der Magensäure entzündet. Krankheitswert hat auch Sodbrennen, das häufiger als zwei Mal pro Woche oder länger als zwei Wochen am Stück auftritt. In diesen Fällen ist nämlich die Schleimhaut der Speiseröhre akut gefährdet. Fachleute unterscheiden hier zwischen nicht-erosiver und erosiver Refluxösophagitis. „Nicht-erosiv“ bedeutet, dass trotz des Aufsteigens von Magensaft keine Entzündung vorliegt. Umgekehrt ist die Speiseröhre bei der erosiven Form entzündet. Wenn sie immer weiter gereizt wird, wird die Entzündung chronisch. Das ist deshalb schlecht, weil der Körper schließlich reagiert, indem er die normalen die Speiseröhre auskleidenden Zellen durch Darmschleimhaut ersetzt. Diese Veränderung bzw. Metaplasie lässt sich bei Untersuchungen mit dem Endoskop erkennen und ist als „Barett-Ösophagus“ bekannt. Schleimhautzellen, die sich stark verändern, sind deshalb ein Problem, weil sie sehr teilungsfreudig sind. Es besteht die Gefahr, dass sie zu Krebszellen entarten.

Aufsteigender Magensaft kann aber auch an anderen Stellen im Körper Schaden anrichten. Er kann die Lunge, den Hals und den Zahnschmelz angreifen. Asthma, Kehlkopfentzündungen und Zahnschäden können die Folge sein. Daher ist es ratsam, bei zu häufigem oder langandauernden Sodbrennen mit seinem Arzt zu sprechen.

Sodbrennen ist gut behandelbar

Meist kommt es zu Sodbrennen, weil der Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre nicht richtig schließt. Das kann am Muskel selbst liegen, der zum Beispiel durch Nikotin, Östrogen, aber auch bestimmte Psychopharmaka an Kraft verliert. In anderen Fällen kann das Zwerchfell eine Fehlbildung aufweisen, die Schließmuskel und Magen bei ihrer Arbeit behindert. Bei manchen Übergewichtigen drückt das Fettgewebe aus dem Bauch von unten auf den Magen und presst den Magensaft förmlich nach oben. Kann der Arzt eine Ursache ausmachen, können auch die passenden Maßnahmen getroffen werden. Ziel der Therapie ist es, durch Schutz der Speiseröhre eine Entzündung zu verhindern oder ihr die Möglichkeit zu geben, abzuheilen.

Es kann ausreichen, Auslöser wie besonders fettige Speisen zu meiden und sein Essverhalten anzupassen. Statt großer Mahlzeiten werden dann zum Beispiel mehrere kleine eingenommen. Auch eine Gewichtsreduktion oder ein Rauchstopp können langfristig sinnvoll sein.

Mittel- und Langfristig helfen zudem Medikamente, die die Produktion von Magensäure drosseln. In weniger schweren Fällen sind dies H2-Rezeptorblocker. Stärker wirken sogenannte Protonenpumpenhemmer (PPI).

Kurzfristig hilft es, die Magensäure mit Antazida zu neutralisieren. Eine ebenfalls lokal und physikalisch wirksame Alternative hierzu sind Alginat-Präparate. Diese bilden bei der Einnahme eine Schicht aus Gelschaum auf dem Magensaft. Wenn dieser in Richtung Speiseröhre steigt, verhält sich die Gelschaum-Schicht wie ein schützender Deckel.

Zusammengefasst

Sodbrennen ist häufig, aber nicht immer harmlos. Wenn Magensäure nämlich zu oft aufwärts in die Speiseröhre fließt, kann sie dort und an den angrenzenden Körperstellen Schaden anrichten. Sobald die Beschwerden zum „Dauerbrenner“ werden, sollten Betroffene deshalb zum Arzt gehen. Obwohl es Mittel gibt, die kurzfristig helfen, sollten die Ursachen der Beschwerden erkannt und wenn möglich ebenfalls behandelt werden.

 

Willst du mehr wissen?

Schau dir unser Aufbaumodul Refluxkrankheit an. Darin erhältst du eine Übersicht über das Beschwerdebild Sodbrennen. Darauf aufbauend gibt es in den Produktmodulen Riopan®, Gaviscon® Dual und OMEP® Hexal passendes Produktwissen sowie nützliche Praxistipps.

Du bist noch nicht angemeldet? Dann registriere dich jetzt kostenlos und genieße viele Vorteile – mehr Infos findest du hier.

Asiatische Tigermücke
Klimawandel erhöht das Risiko für Mückenstiche und Zeckenbisse

Der Klimawandel bringt warmes Wetter in unsere Breiten. Milde Winter und T-Shirt-Temperaturen im Mai werden oft mit einem zwinkernden Auge als die „angenehme Seite“ des Klimawandels bezeichnet. Über die globale Erwärmung freuen sich aber auch andere: Zecken und Stechmücken.

Zecken-Sommer 2018

„Wir werden die höchste Zahl an Zecken in den letzten zehn Jahren haben.“, warnt beispielsweise Dr. Gerhard Dobler vom Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF). Er beruft sich dabei auf seine eigene Forschung sowie die Daten des Vorhersage-Tools der Veterinärmedizinischen Universität in Wien. Dieses Tool kann anhand verschiedener Daten, wie beispielsweise der Temperaturen der letzten Jahre und der Zahl der Wirtstiere schon im Winter vorhersagen, wie viele Zecken im darauffolgenden Sommer zu erwarten sind. Doblers Team selbst erfasst systematisch die Zahl der hungrigen Blutsauger durch Sammlungen in freier Wildbahn. Für das Jahr 2018 fasst der Experte seinen Befund wie folgt zusammen: „Wir haben die höchste Zahl von Zecken, die wir seit Beginn der Untersuchungen gesammelt haben – gut für die Zecken, schlecht für uns.“

Das Risiko bei einem Aufenthalt im Freien von einer Zecke gebissen zu werden ist also höher, weil es deutlich mehr Zecken gibt. Während Zecken früher oft vor allem auf hohen Gräsern und Sträuchern in der „wilden“ Natur zu finden waren, treten sie in letzter Zeit auch immer öfter in städtischen Grünanlagen auf. Das verstärkte Auftreten von Zecken erhöht gleichzeitig die Gefahr, sich durch Zecken mit Borreliose oder Frühsommer-Meningoenzephalitis anzustecken. Je nach Region geht man beispielsweise davon aus, dass 10 bis 30 % der Zecken Überträger der Borreliose sind.

Infektionsrisiko durch Mücken steigt

Aber auch aus der Luft droht Gefahr. In einer Meldung warnt die Kaufmännische Krankenkasse vor Stechmücken. Das warme Frühjahr hat diesen Insekten Aufwind beschwert. Sie sind in besonders großen Zahlen unterwegs und haben es auf menschliches Blut abgesehen. Der Trend zu höheren Temperaturen führt auch dazu, dass sich gefährliche Mückenarten wie die asiatische Tigermücke weiter ausbreiten. Diese ursprünglich in Asien heimische Art kann durch ihre Stiche unter anderem Dengue- und Gelbfieber übertragen. Bereits 2016 wurden dem Robert Koch Institut mehr Dengue-Fälle gemeldet als je zuvor.

Insgesamt ist die Gefahr, sich in Deutschland anzustecken derzeit noch gering, aber auch die Stiche heimischer Arten können Komplikationen verursachen. Dazu zählen einerseits allergische Reaktionen und andererseits Entzündungen der Einstichstelle. Zu Entzündungen kommt es, wenn der Teufelskreis aus Jucken und Kratzen eskaliert. Der Mückenstich verursacht zunächst leichten Juckreiz. Sich zu kratzen hilft kurzfristig, mittelfristig verstärkt es den Juckreiz aber. Es entstehen kleine Verletzungen in der Haut, die eine perfekte Eintrittspforte für Keime darstellen.

Vorsorge ist besser als Nachsorge

„Nicht kratzen!“ ist bei Mückenstichen ein entsprechend guter Rat. Noch besser ist es aber, gar nicht erst gestochen zu werden. Das gelingt einerseits mit mechanischem Schutz, also langer, heller Kleidung sowie Moskitonetzen und Fliegengittern, und andererseits mit Insektenabwehrmitteln, sogenannten Repellents.

Einer der bekanntesten Wirkstoffe ist Diethyltoluamid (DEET). Dieser Klassiker der Reisemedizin ist bezüglich seiner Schutzwirkung zwar als Goldstandard gesetzt, hat allerdings den Nachteil, dass er relativ aggressiv sein kann. Deshalb ist DEET für Kinder unter 3 Jahren und Schwangere nicht geeignet. Es reizt zudem Augen und Schleimhäute und kann Kleidung und Kunststoffe angreifen.

Für alle, die nicht auf schwere Geschütze, sondern auf verträglichen Mückenschutz für die ganze Familie setzen, gibt es Alternativen. Icaridin (früher Picaridin genannt) und PMD (p-Menthan-3,8-diol, bzw. Eucalyptus citriodora Öl) bewähren sich vergleichbar gut gegen heimische und tropische Mücken und Zecken. Icaridin gilt genau wie DEET als tropentauglich. Es wird als etwas hautverträglicher angesehen und greift keine Kunststoffe an. Bei Kindern unter 2 Jahren sollte es nicht angewendet werden. Das Biozid PMD wird aus den Blättern des Zitroneneukalyptus gewonnen. Es ist eines der wenigen pflanzlichen Mittel, dessen Wirksamkeit mit konventionellen Mitteln wie DEET oder Icaridin vergleichbar ist. Aufgrund der guten Verträglichkeit kann es bereits bei Kindern ab 1 Jahr angewendet werden. In Kanada wird es beispielsweise als Alternative für Menschen empfohlen, die allergisch auf konventionelle Repellents reagieren.

Stiche behandeln

Dass wir Insektenschutz brauchen, bemerken wir manchmal erst, nachdem wir gestochen wurden. Vielleicht war uns nicht bewusst, dass am Abend auch Stechmücken auf die Grillparty kommen. Vielleicht erweisen sich lange Kleidungsstücke wider alle Erwartung doch nicht als ausreichender Schutz. Das ist oft der Fall, wenn Zecken einen Weg in die Hosenbeine finden oder besonders aggressive Mücken einfach durch enganliegende, leichte Kleidung hindurch stechen.

Für Zecken gilt, dass sie möglichst früh gezogen werden müssen, ohne dass sie Speichel in die Bisswunde abgeben oder ihre Beißwerkzeuge in der Haut hängen bleiben. Wie das geht, verraten wir hier.

Bei der Versorgung von Mückenstichen gibt es unterschiedliche Ansätze.

Wärme: Sogenannte Stichheiler bieten Soforthilfe. Dabei handelt es sich um kleine Geräte mit einem stumpfen Ende, das auf Knopfdruck etwa 50 Grad heiß wird. Dieses Ende wird auf den Mückenstich gedrückt. Die Juckreiz-verursachenden Eiweiße aus dem Mückenspeichel werden durch die Hitze unschädlich gemacht. Gleichzeitig hemmt die Hitze auch die Histamin-Reaktion im Gewerbe. In Folge lassen sowohl der Juckreiz als auch die Schmerzen und die Schwellung nach.

Kälte: Insektenstiche zu kühlen ist ähnlich hilfreich. Dabei können Kompressen zum Einsatz kommen oder kühlend wirkende Gels oder Salben. Diese enthalten oft zusätzliche Wirkstoffe, die die Stichsymptome lindern helfen.

Antihistaminika und Hydrokortison: Die topische Behandlung mit Antihistaminika oder Hydrocortisonacetat hemmt die Entzündungsreaktion an der Einstichstelle. Beide Wirkstoffe helfen gegen Juckreiz und Quaddelbildung. In den Konzentrationen 0,25 % und 0,5% ist Hydrocortisonacetat dabei verschreibungsfrei.

Zusammengefasst

Die globale Erwärmung schafft in unseren Bereiten Bedingungen, unter denen sich Stechmücken und Zecken gut vermehren können. Wo es mehr Blutsauger gibt, steigt natürlich auch das Stichrisiko. Es gibt aber Einiges was wir tun können, um nicht gestochen zu werden. Wenn der Insektenschutz umgangen oder vergessen wird, können die akuten Stichfolgen auch mit unterschiedlichen Mitteln und Wirkstoffen behandelt werden.

Willst du mehr wissen?

Als PTA kannst du im apothekia® Lernportal noch mehr zu diesem Thema erfahren. Im neutralen Lernmodul Insektenstiche erfährst du, welche Arten von Insektenstichen es gibt, welche Symptome sie auslösen und wie man sie behandelt. Passendes Produkt- und Beratungswissen findest du im Produktmodul Soventol® Insektenstiche & Co. und im Verkaufsmodul Soventol® PROTECT & Gel.

Du bist noch nicht angemeldet? Dann registriere dich jetzt kostenlos und genieße viele Vorteile – mehr Infos findest du hier.

Was tun bei Gelenkschmerzen?

Advertorial:

Die Hälfte aller Erwachsenen in Deutschland leidet an Schmerzen in den Gelenken. Die Gründe für Gelenkschmerzen sind vielfältig. Entzündungen durch Überlastung, aber auch die Abnutzung der Gelenkknorpel, die Arthrose, können Auslöser sein.

Eine schnelle Schmerzlinderung ist für Patienten mit Gelenkschmerzen der erste Schritt zurück zur Mobilität. Bei Rücken- und Gelenkschmerzen haben sich lokale Schmerzmittel wie doc® Ibuprofen Schmerzgel etabliert. Der bewährte Wirkstoff Ibuprofen lindert nicht nur den Schmerz, sondern hemmt auch die Entzündung in den Gelenken. Das Besondere: Durch die innovative Microgel-Technologie des doc® Ibuprofen Schmerzgels kann der Wirkstoff besonders schnell durch die Hautbarriere in tiefer gelegenes Gewebe dringen und wirkt gezielt am Schmerzort, ohne den übrigen Organismus unnötig zu belasten.

Zur Vorbeugung von Gelenkschmerzen sollten u.a. folgende Punkte beachtet werden

– Regelmäßige Bewegung

Wer rastet, der rostet. Das gilt auch für unsere Gelenke! Wer Gelenkschmerzen vorbeugen möchte, sollte daher im Alltag auf regelmäßige Bewegung achten. Besonders geeignet sind gelenkschonende Sportarten wie Radfahren, Schwimmen oder auch Wandern.

– Fehlstellungen frühzeitig korrigieren

Fehlstellungen können im Laufe der Zeit auch die Gelenke in Mitleidenschaft ziehen. Sie sollten daher frühzeitig erkannt und korrigiert werden, z. B. durch orthopädische Einlagen.

– Übergewicht reduzieren

Übergewicht belastet neben der Wirbelsäule vor allem Knie und Hüfte – eine Arthrose im Bereich dieser Gelenke kann die schmerzhafte Folge sein. Eine langfristige Ernährungsumstellung sowie regelmäßige Bewegung sind zur Vorbeugung von Gelenkschmerzen daher unerlässlich.

Möchtest du mehr wissen?

Dann schau dir unser Modul „doc® Ibuprofen Schmerzgel“ an. Darin erhältst du interessante Informationen zur Wirkweise von doc® Ibuprofen Schmerzgel und über die Besonderheiten der Microgel-Galenik, sowie wertvolle Informationen für deine Beratung.

Symbolbild Sonnenbrand mit sehr rotem Urlauber am Strand
Sonnenbrand: Verbrannt und jetzt?

Ohne Sonnenschutz nicht in die Sommersonne. Diese Regel kennen die meisten. Viele beherzigen sie auch. Trotzdem gaben bei einer Forsa-Umfrage vier von zehn Deutschen an, mindestens einmal im Jahr einen Sonnenbrand zu haben. In diesem Beitrag wollen wir einen Blick darauf werfen, was passiert, wenn der Sonnenschutz nicht ausreichend war und wie ein Sonnenbrand behandelt werden kann.

Zu spät…

Gerade bei hellen Hauttypen genügt schon eine halbe Stunde Unachtsamkeit in Sachen Sonnenschutz, damit es zu spät ist. Die Folgen eines zu langen Aufenthalts in der Sonne hat so gut wie jeder schon einmal am eigenen Leib erfahren: Heiße, gerötete Haut, Schmerzen und Juckreiz. In schweren Fällen kommt es zusätzlich zu Schwellungen und Blasen auf der Haut. Zudem können systemische Symptome wie Fieber, Übelkeit und Kreislaufbeschwerden auftreten. Diese können auch Anzeichen für einen Sonnenstich oder Hitzeschlag sein. Treten nach dem Aufenthalt in der Sonne Kopfschmerzen, Schwindel, Erbrechen oder Schüttelfrost auf, ist das ein Alarmzeichen und ein Arzt sollte aufgesucht werden.

Was genau passiert bei einem Sonnenbrand?

Der Sonnenbrand heißt nicht nur so, sondern ist tatsächlich eine Verbrennung. Während bei einer normalen Verbrennung Hitze die Hautzellen schädigt, ist beim Sonnenbrand die Ultraviolettstrahlung (UV-Strahlung) verantwortlich. Im Gewebe werden als Reaktion auf die Sonnenschäden Entzündungsbotenstoffe freigesetzt. Die Entzündung wiederum verursacht binnen weniger Stunden die typischen Sonnenbrand-Symptome. Dabei liegt der Höhepunkt des akuten Sonnenbrands etwa 24 Stunden nachdem die Haut eine zu hohe UV-Strahlendosis abbekommen hat.
Wenn die akute Phase nach wenigen Tagen vorbei ist, kann es sein, dass die Haut sich von den inzwischen untergegangenen Zellen trennt. Dann „pellt“ sie sich. Ein großes Problem ist, dass sich die Haut dabei nie vollständig erholt. Bei jedem Sonnenbrand verursacht die Strahlung auch Schäden im Erbgut der Hautzellen. Dabei besteht das Risiko, dass die Schutzmechanismen des Körpers irgendwann versagen und die mutierten Zellen sich in Krebszellen verwandeln. Besonders gefährdet sind dabei Kinder, weil sich ihre Hautzellen durch das Wachstum besonders viel teilen und Fehler im Erbgut dadurch eher vervielfältigt werden.

Einen Sonnenbrand behandeln

Gegen das Krebsrisiko durch Sonnenbrand lässt sich leider im Nachhinein nichts machen. Die akuten Symptome können aber zum Glück gelindert werden. Wer sich einen Sonnenbrand zugezogen hat, sollte erst einmal viel trinken. Die gerötete Haut selbst kann gekühlt werden. Hierzu sind Kälte-Kompressen genauso geeignet, wie feuchte Umschläge, gekühlte Aprés-Sun-Lotion oder Quarkanwendungen. Von letzteren sollte allerdings abgesehen werden, wenn die Haut zu gereizt ist.
Gegen die Schmerzen können verschreibungsfreie Schmerzmittel aus der Hausapotheke, wie Ibuprofen oder ASS, genommen werden. Sie wirken nicht nur schmerzstillend, sondern auch entzündungshemmend.
Die Entzündung der Haut kann auch topisch behandelt werden. Hier kann der Arzneistoff Hydrocortison(-acetat) zum Einsatz kommen. Hydrocortison ist zur äußerlichen Anwendung in Konzentrationen von 0,25% und 0,5% von der Verschreibungspflicht freigestellt. Es lindert die Entzündungsreaktion direkt, sodass die Hauptsymptome Rötung, Schwellung, Erwärmung, Juckreiz und Schmerz gelindert werden. Durch die geringe Wirkstoffkonzentration und die topische Anwendung ist die Verträglichkeit im Allgemeinen sehr gut. Wichtig bei Sonnenbrand: Die richtige Darreichungsform. Da die Haut bei Sonnenbrand schmerzt und berührungsempfindlich ist, sind leichte Cremes, Gele oder ein Spray meist eine gute Wahl. Ein Spray kann sogar vollkommen kontaktlos und auch auf behaarter Haut gut angewendet werden. Nicht rezeptpflichtige Hydrocortisonprodukte helfen übrigens nicht nur bei Sonnenbrand, sondern auch bei Quallen- und Insektenstichen. Ähnlich wie Schmerzmittel und Sonnenschutz, werden sie als Bestandteil der Reiseapotheke empfohlen.
Schwere Sonnenbrände sind hingegen etwas, mit dem Betroffene zum Arzt gehen sollten. Dieser verschreibt im Ernstfall auch eine Behandlung mit systemischen Glucocortikoiden.

Fazit

Sonnenbrand ist häufig, aber keine Bagatelle. Jeder einzelne Sonnenbrand hinterlässt Spuren in der Haut. Ursache für die akuten Symptome des Sonnenbrands, allen voran die gerötete Haut, ist eine Entzündungsreaktion des Körpers. Diese lässt sich mit Hausmitteln sowie Mitteln aus der Apotheke gut behandeln. Deinen Kunden kannst du mit deiner Beratung also wortwörtlich helfen, ihre Haut zu retten.

Willst du mehr wissen?

Im Aufbaumodul Sonnenbrand  erhältst du weitere Informationen zu diesem Thema. In unserem Produktmodul Solventol® HydroCort stellen wir dir topische Präparate zur Behandlungen von Sonnenbrand und anderen entzündlichen Hautreaktionen vor.

apothekia – Hol dir was du brauchst

apothekia ist das moderne PTA Wissensportal mit eingebautem Prämiensystem.

Quelle

Forsa Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen mbH: Verhalten in Bezug auf Sonnenschutz (Stand Juli 2016) unter: https://www.dak.de/dak/download/forsa-ergebnisse-sonnenschutz-1829364.pdf, Abrufdatum: 06.07.2018

Pflichttexte

Soventol Gel 20 mg/g Gel: Zur Linderg. v. leicht bis mittelstark ausgepr. Reakt. auf Insektenst. (z.B. Mückenst.) m. Juckreiz. Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. MEDICE Arzneimittel Iserlohn; 08/2017

Soventol Hydrocortisonacetat 0,25% 2,5 mg/g Creme: Zur Behandl. v. entzündl. u. allerg. Dermatosen (Hautentz. u. Ekzeme) m. geringer bis mittl. Symptomauspräg., d. auf eine äußerl. Behandl. m. schwach wirks. Corticosteroiden ansprechen. Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. MEDICE Arzneimittel Iserlohn; 07/2017

Soventol HydroCort 0,5% 5 mg/g Creme: Alle Hauterkr., d. auf eine Behandl. m. Corticoiden ansprechen, wie z. B. entzündl., allerg. o. juck. Dermatosen (Hautentz., Ekzeme). Warnhinweis: Enth. Sorbinsäure, Kaliumsorbat und Cetylsterylalkohol. Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. MEDICE Arzneimittel Iserlohn; 07/2017

Soventol Hydrocortisonacetat 0,5% 5 mg/g Creme: Zur Behandl. v. mäßig ausgepr. geröteten, entzündl. o. allerg. Hauterkr., b. denen schwach wirks., niedrig konzentr. Corticosteroide angez. sind. Warnhinweis: Keine Anw. bei Kindern u. 6 Jahren ohne ärztl. Verordnung. Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. MEDICE Arzneimittel Iserlohn; 11/2017

Soventol HydroCort 0,5% Spray 5 mg/g Lösung: Zur Linder. v. nicht infiz. leichten entzündl., allerg. o. juck. Hauterkr., d. auf eine symptom. Behandl. m. schwach wirks. Glucocorticosteroiden ansprechen. Warnhinweis: Enthält Propylenglycol. Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. MEDICE Arzneimittel Iserlohn; 07/2017

Symbolbild Mundgesundheit
Mundgesundheit – mehr als schöne Zähne

Ob Sprechen, Essen, Lachen, Atmen, Schmecken, Küssen oder Singen – unser Mund hat jeden Tag viel zu tun. Ein gesunder Mund bedeutet deshalb auch Lebensqualität. Es beginnt mit Zahngesundheit, aber auch der Zustand von Zahnfleisch und Mundschleimhaut spielen eine große Rolle. Dabei gibt es viel, was wir tun können, um uns diese Gesundheit zu erhalten. Regelmäßiges Zähneputzen ist für die meisten selbstverständlich. Zahnärzte empfehlen auch, die Zahnzwischenräume einmal am Tag mit Zahnseide zu reinigen. Mit Bürste und Faden wird die Ausbreitung von Bakterien verhindert, die an Zähnen und Zahnfleisch Schaden anrichten können. Außer Zähneputzen hilft auch ein gesunder Lebensstil, die Mundgesundheit zu erhalten. Das schließt den Verzicht auf Zigaretten genauso ein wie eine ausgewogene Ernährung mit wenig zucker- und säurehaltigen Speisen.

Mundgesundheit kommt auch von innen

Eine gesunde Ernährung ist wichtig, weil es manchmal gar nicht an mangelnder Mundhygiene liegt, wenn sich offene, wunde Stellen im und am Mund bilden. Eisen- oder Zinkmangel können sich als schmerzhafte Einrisse an den Mundwinkeln, sogenannten Rhagaden, bemerkbar machen.

Wer sich gesund ernährt, unterstützt sein Immunsystem. Wird dieses nämlich durch Vitalstoffmangel geschwächt, kann sich das unmittelbar auf die Mundgesundheit auswirken. Darüber hinaus setzen Stress und Krankheiten wie Diabetes dem Immunsystem zu. In dem Fall können sich Pilze und Bakterien, die normalerweise Teil der gesunden Mundflora sind, übermäßig vermehren. Endzündungen des Mundraums sind dann oft die Folge.

Auch Infektionen, gastroenterologische oder immunologische Erkrankungen können sich auf die Mundgesundheit auswirken. Ein bekanntes Beispiel hierfür sind Aphthen. Die Bläschen am Zahnfleisch oder der Innenseite der Lippen treten oft infolge anderer Erkrankungen auf. Sie sind meist zwar nicht gefährlich, aber oft sehr schmerzhaft und störend beim Sprechen und Essen.

Wenn die Dritten drücken

In einer zunehmend älteren Gesellschaft ist aber auch ein weiterer Auslöser von Zahnfleischentzündungen zunehmend weit verbreitet: Zahnprothesen und Implantate. Sitzen die Dritten nicht richtig, bilden sich schmerzhafte Druckstellen.

Wie die natürlichen Zähne müssen auch Zahnprothesen gründlich gereinigt werden. Zwar bekommen künstliche Zähne keine Löcher mehr, aber wenn sich Bakterien darauf vermehren, dann können sich Zahnfleisch und Mundschleimhaut schnell entzünden.

Bei älteren Menschen ist Mund- und Zahngesundheit auch aus einem weiteren Grund wichtig: In Studien zeigte sich bei ihnen ein Zusammenhang zwischen Parodontose und einem erhöhten Risiko, an bestimmten Krebsarten wie Speiseröhrenkrebs zu erkranken. Allerdings ist hier noch nicht genau bekannt, welcher ursächliche Zusammenhang dahintersteckt.

Entzündungen im Mund behandeln

Zwar gibt es eine Vielzahl von möglichen Auslösern für Entzündungen im Mundraum, doch schafft in den meisten Fällen eine topische Behandlung Abhilfe. Hier kommen Mundspüllösungen, Gele, Salben, Tinkturen zum Aufpinseln und Lutschtabletten zum Einsatz. Dabei kann die Entzündung auf unterschiedliche Arten bekämpft werden. Bei der topischen Behandlung des Mundraums kommen sowohl chemische als auch pflanzliche Substanzen zum Einsatz.

  • Antiseptische Behandlungen richten sich direkt gegen Krankheitserreger. Sie sollten je nach Wirkstoff Bakterien, Viren und Pilze bekämpfen. Bekannte Wirkstoffe sind Chlorhexidin, Ethacridin oder Povidon-Iod.
  • Entzündungshemmend und schmerzstillend wirkende Stoffe helfen, die Symptome zu behandeln und damit den Leidensdruck der Betroffenen direkt zu verringern. Hier können Wirkstoffe wie Benzydamin oder Lidocain zum Einsatz kommen.
  • Pflanzliche Mittel bieten oft eine Kombination verschiedener Wirkansätze. So wirkt die auch als Hausmittel bekannte und bewährte Kamillenblüte sowohl antibakteriell als auch entzündungshemmend. Sie fördert zusätzlich die Wundheilung. Auf der Schleimhaut mit ihrer hohen Zellteilungsrate und der damit verbundenen Regenerationsfreudigkeit ist Kamille besonders wirksam. Weitere Heilpflanzen, die bei Entzündungen der Mundschleimhaut helfen können sind Salbei, Myrrhe, Thymian und Nelke.

Viele Mittel gegen Entzündungen der Mundschleimhaut oder des Zahnfleisches sind frei in der Apotheke erhältlich. Das heißt, dass Betroffene hier direkt von der Beratungskompetenz von PTA und Apotheker/innen profitieren.

Willst du mehr wissen?

Bei apothekia kannst du dich als PTA einfach und kostenfrei rund um das Thema Mundgesundheit fortbilden. Neutrales Medizinwissen findest du im Grundmodul Mund und dem Aufbaumodul Endzündungen im Mund. Im Produktmodul InfectoGingi kannst du zudem dein Produktwissen vertiefen.

apothekia – Hol dir was du brauchst

apothekia ist das moderne PTA Wissensportal mit eingebautem Prämiensystem.


Pflichttext
InfectoGingi® Mundgel, Gel zur Anwendung in der Mundhöhle. Wirkst.: Lidocain, Auszug aus Salbeiblättern und Kamillenblüten. Zus.: 100 g enth.; Lidocain 1,0 g, Auszug aus Salbeiblättern (1:1,95 – 2,2) Auszugsmittel Ethanol 66,3 % (V/V) 12,00 g, Kamillenblüten (1:1,9 – 2,2) Auszugsmittel Ethanol 66,3 % (V/V) 12,00 g. Sonst. Bestandt.: Minzöl, Propylenglycol, Kaliumcarbonat, Kieselsol 1430, Hyetellose, Farbstoff E 141, gereinigtes Wasser. Anw.: Zeitweilige unterstütz. Beh. von Entzündungen und Wunden der Mundschleimhaut und des Zahnfleisches. Gegenanz.: Überempf. gegen die Wirkstoffe oder einen der sonst. Bestandteile. Warnhinw.: Propylenglykol kann Hautreiz. verursachen. Nebenw.: Selten Überempf.-Reaktionen. Apothekenpflichtig. Stand 03/2014



Infectopharm Arzneimittel und Consilium GmbH, Von-Humboldt-Str. 1, 64646 Heppenheim

Joggerin mit gut sichtbarem Bauchnabel-Piercing, Symbolbild: Internationaler Tag des Körperpiercings
Internationaler Tag des Körperpiercings – Das Piercing in der Apotheke

Am 28. Juni ist Internationaler Tag des Körperpiercings. Dieser Tag ist allen Piercern, Gepiercten und Piercings als solchen gewidmet. Er wurde 2011 von der amerikanischen Piercer-Community ins Leben gerufen. Das Datum wurde gewählt, weil es der Geburtstag des Piercing-Pioniers Tim Ward ist, der Ende der Siebzigerjahre das erste professionelle Piercingstudio eröffnete. Ein Piercing konnte damals noch den Unterschied zwischen Bürger und Rebell ausmachen. Heute ist das anders.
So fanden Psychologen der Universität Leipzig in einer Studie heraus, dass in Deutschland rund ein Drittel aller Frauen zwischen 14 und 34 Jahren und 14,4 % aller Männer in der selben Altersgruppe gepierct sind. Das Piercing ist, genau wie das Tattoo, keine Randerscheinung mehr, sondern hat seinen Platz mitten in der Gesellschaft gefunden. Entsprechend ist es schon lange kein Akt der Rebellion mehr, sich mehr nur die Ohrläppchen stechen zu lassen. In einer Umfrage unter Schülern und Studierenden gaben die meisten Gepiercten an, sich aus ästhetischen Gründen für diese Art der Körpermodifikation entschieden zu haben. Ein guter Teil der Menschen findet Piercings heute also einfach hübsch. Früher oder später finden sich Piercings deshalb auch auf der einen oder anderen Seite des HV-Tisches.

Piercings bei Apothekenkunden

Nachdem ein Piercing im Studio gestochen wurde, bleibt der jeweilige Piercer auch bei Fragen und Problemen der Ansprechpartner Nummer eins. Frisch Gepiercte erhalten von ihm oft neben der Anleitung zur Nachsorge auch einen kleinen Vorrat an Pflegemitteln. Brauchen sie Nachschub oder anderes Pflegezubehör, kann es aber gut sein, dass sie sich an die nächste Apotheke wenden.
Der Stichkanal selbst ist im Prinzip nichts anderes als eine kleine Verletzung und muss im Grunde auch so versorgt werden. Hier finden sich in der Apotheke unterschiedliche Produkte. Es gibt bei frischen Piercings aber Besonderheiten: Anders als eine kleine Schürfwunde, die nach maximal zwei Wochen verheilt ist, ist die Heilungsdauer bei Piercings mit mehreren Wochen bis Monaten recht lang.

Ein frisches Piercing pflegen

Eine weitere Besonderheit bei frischen Piercings ist, dass es ein bis zwei offene Stellen an der Oberfläche gibt, die eigentliche Verletzung aber im Gewebe liegt. Salben sind deshalb nicht die richtige Darreichungsform. Der Verband professioneller Piercer (VPP) rät von Wund- und Heilsalbe zur Behandlung ab und empfiehlt, zudem die gepiercte Stelle in der Heilungsphase nicht mit Pflegeprodukten wie Cremes oder Peelings in Berührung zu bringen. Stattdessen empfiehlt der VPP eine sanfte Behandlung des frischen Piercings mit Kochsalzlösung oder Kamillenkonzentrat.
Octenidin-Spray ist, weil es knorpeltoxisch wirkt, nicht für Knorpelpiercings an den Ohren oder der Nase geeignet. Weil es zudem austrocknend wirkt, sollte es auch nur an unempfindlicheren Stellen an der Hautoberfläche angewendet werden. Völlig ungeeignet sind laut VVP-Empfehlung bei unauffällig abheilenden Piercings Tyrothricin-Gel, Jodsalbe sowie Wasserstoffperoxid.

Nicht alle Piercings heilen gleich schnell

Wie lange das Piercing behandelt werden muss, hängt davon ab, welche Körperstelle gepierct wurde. Piercings durch weiches Gewebe oder an Schleimhäuten heilen schneller als Piercings durch Knorpel oder an Stellen, wo immer wieder Spannung oder Druck auf die Haut ausgeübt wird. Die beliebten Bauchnabelpiercings zum Beispiel brauchen etwa sechs bis acht Monate zum Abheilen.

Piercings bei PTA ?

Im Netz wird immer wieder gefragt, ob es ein Problem sei, mit modifiziertem Körper einen Job in der Apotheke zu bekommen. Weil es bei PTA um Kundenkontakt und Vertrauen geht und viele ältere Kunden kommen, können sichtbare Modifikationen wie Piercings im Gesicht Schwierigkeiten bereiten. Ob dieser Fall aber wirklich eintritt, hängt vom jeweiligen Arbeitgeber ab.

Du willst mehr wissen?

In unserem Grundmodul Wundbehandlung erfährst du, was im Körper passiert, wenn kleine und größere Hautverletzungen abheilen.

Quellen
Verband professioneller Piercer: Die richtige Pflege, unter: www.vpp-piercing.de
Appel, A; Hofmeister, D et al. : Körperbild und Körperschmuck. Psychotherapeut. 60(6), Oktober 2015, S. 1-6, DOI: 10.1007/s00278-015-0062-3

apothekia – Hol dir was du brauchst

apothekia ist das moderne PTA Wissensportal mit eingebautem Prämiensystem.

Frau mit Koffer
Ich packe meinen Koffer: Was gehört in die Reiseapotheke?

„Wie kann ich mich gut vorbereiten, damit mein Urlaub nicht vermiest wird, auch wenn etwas passiert?“ Diese Frage stellen sich viele zu Beginn der Sommerferien. Natürlich kommt es immer darauf an, wohin die Reise geht. Auch die Dauer des Aufenthalts, geplante Aktivitäten und natürlich die Sprachbarriere spielen eine Rolle.
Hier folgen Tipps zur Vorbereitung und Vermeidung der häufigsten Gesundheitsbeschwerden im Urlaub:

Sonnenbrand

Sonnenschutz ist im Sommer ein Must-have. Viele Urlauber unterschätzen die Sonne aber. Sie cremen sich nicht richtig ein, vergessen nachzucremen oder verzichten an bewölkten Tagen einfach auf Sonnenschutz. Das Ergebnis ist oft ein je nach Hauttyp mehr oder weniger starker Sonnenbrand. After-Sun-Präparate wurden entwickelt, um gesunder Haut nach dem Sonnenbad Kühlung und Feuchtigkeit zu spenden. Bei leichteren Sonnenbränden können sie dadurch etwas Linderung verschaffen. Da ein Sonnenbrand medizinisch betrachtet eine durch UV-Strahlung verursachte Entzündung der Haut ist, können apothekenpflichtige cortisonhaltige Cremes hier eine sinnvolle Behandlungsoption sein. Verschreibungsfreie Schmerzmittel aus der Reiseapotheke helfen auch noch bei mittelschwerem Sonnenbrand.

Beratungstipp: Es gibt auch cortisonhaltige Hautsprays. Diese können eine gute Option sein, wenn die Haut durch den Sonnenbrand sehr schmerzempfindlich ist, da sie einfach nur aufgesprüht werden und das Einreiben mit der Hand entfällt.

Insektenstiche

Genau wie Sonnenbrand gehören Insektenstiche zu den Dingen, die im Idealfall gar nicht erst passieren sollten. Mücken übertragen an vielen Orten der Welt Krankheiten wie Malaria oder Dengue-Fieber. Außerdem lösen die Stiche eine Immunreaktion beim Opfer aus: Der Stich wird rot, juckt, es bildet sich eine Quaddel oder sogar eine größere Schwellung. Doch nicht nur Mücken sind eine Gefahr, auch andere Insekten, wie Bremsen können stechen. Und auch die Gefahr durch Zeckenbisse sollte nicht unterschätzt werden.

Gegen Malariamücken haben sich DEET-haltige Insektenschutzmittel bewährt. Allerdings ist DEET ein aggressiver Wirkstoff. Er greift Textilien und Kunststoffe an. Wer nicht in Malaria-Risikogebiete reist und sich gegen andere Insektenarten schützen will, kann gut auf Insektenschutzmittel mit Icaridin oder PMD zurückgreifen. In jedem Fall aber gehört Insektenschutz zur Grundausstattung für den Sommerurlaub. Mittel gegen Insektenstiche, sei es als Stift, Salbe oder Spray, sollten zusätzlich Teil der Reiseapotheke werden. Diese können gegen Schwellungen und Entzündungsreaktionen helfen, die Stichstelle kühlen oder den Juckreiz mildern. Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) empfiehlt, auch Allergiemedikamente zur Reiseapotheke hinzuzufügen.

Magen-Darm-Beschwerden

Wenn es um Lebensmittel geht, gilt besonders auf Fernreisen die alte Regel: Cook it, peel it, boil it, or forget it! – Koch es (ab), schäl‘ es oder vergiss es! Rohe Lebensmittel, die vielleicht auch noch mit keimbelasteten Leitungswasser abgewaschen wurden, können Krankheitserreger enthalten. Durchfallerkrankungen sind unter Touristen deshalb sehr häufig. Die Folge: Verlorene Urlaubstage, denn viele trauen sich nicht aus dem Hotelzimmer, weil sie nicht wissen können, wo im Notfall die nächste Toilette ist. Ein Mittel gegen akuten Durchfall sollte also mitreisen – genau wie etwas um Verdauungsbeschwerden wie Sodbrennen oder Verstopfung in den Griff zu bekommen. Im Urlaub wird oft anders gegessen und manche Mägen reagieren auf die Umstellung empfindlich. Wer andererseits zu Reisekrankheit neigt, sollte ebenfalls entsprechend vorsorgen und etwas gegen Übelkeit einpacken. Rezeptfrei sind Präparate mit Antihistaminika. Wer auf pflanzliche Wirkstoffe setzt, nimmt Ingwer in Form von Tee- oder Kapseln.

Erkältungen

Auf längeren Flugreisen können die Schleimhäute austrocknen, neue Orte halten Krankheitserreger parat, die das Immunsystem noch nicht kennt und in den wärmsten Ländern blasen die Klimaanlagen die kälteste Luft ins Hotelzimmer. Das schafft alles gute Voraussetzungen, um sich im Urlaub zu erkälten. Daher gehören auch Erkältungs- und Halsschmerzmittel in die Reiseapotheke. Nützliche Begleiter sind auch ein Fieberthermometer und das passende Fiebermittel. Außerdem bewähren sich bei Erkältungen Schmerzmittel wie ASS, Paracetamol und Ibuprofen.

Kleinere Verletzungen

Gerade im Aktiv- oder Familienurlaub sind kleine Verletzungen häufig. Ein kleiner Verbandskasten, Desinfektionsmittel sowie Wund- und Heilsalbe, sollten deshalb mit in den Koffer. Bei Sportverletzungen (und Sonnenbrand) helfen auch Kühlkompressen.

Persönliche Reiseapotheke und reisemedizinische Beratung

Natürlich sieht die Reiseapotheke für einen Wanderurlaub in Schweden anders aus als die für Ferien am Strand in Südostasien. Außerdem reist die Krankengeschichte jedes Reisenden mit. Patienten, die dauerhaft Medikamente einnehmen, sollten vor der Reise mit ihrem Arzt sprechen. So stellen sie sicher, dass sie über den Urlaub versorgt sind und ihre Medikamente auch ohne Probleme durch die Sicherheitskontrolle am Flughafen bekommen. Bei längeren Flugreisen sollte auch das Thromboserisiko berücksichtigt werden.

Beratungstipp: Lebenswichtige Medikamente immer doppelt mitführen – einmal im Reisegepäck und einmal im Handgepäck. So ist man sicher, wenn Gepäck verloren geht.

Gegen manche Krankheiten wie Gelbfieber oder Typhus existieren Impfungen. Bei Reisen in entsprechende Gefährdungsgebiete gibt es die Möglichkeit, sich vorsorglich impfen zu lassen. Das sind alles Themen, die vor der Reise mit einem Arzt abgesprochen werden können. Sogenannte Tropeninstitute bieten in Deutschland eine reisemedizinische Beratung an. Die Kosten dafür werden von vielen Krankenkassen zumindest teilweise erstattet. Wie die persönliche Reiseapotheke aussieht, richtet sich dann auch nach dem Ergebnis einer solchen Beratung.

Beratungstipp zum Schluss: Wenn es um wichtige Medikamente geht, und wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich vor der Reise informieren, wie das Medikament im Urlaubsland heißt und wie die Packung dort aussieht. Hilfreich ist auch, das entsprechende Bild auf dem Smartphone zu speichern. Im Notfall kannst du dieses dem Arzt oder Apotheker vor Ort zeigen.

Willst du mehr wissen?

Mehr über urlaubstypische Beschwerden und die Möglichkeiten, sie zu behandeln erfährst du im Grundmodul Magen-Darm, im Grundmodul Wundbehandlung sowie in den Aufbaumodulen zu Sonnenbrand und Insektenstichen.

 

Quellen:

Rahlenbeck, SMüller-Stöver, IDoggett, S: Insektenschutz: Wie man das Stichrisiko senkt, in: Dtsch Arztebl 2013; 110(29-30): A-1432 / B-1256 / C-1239

ABDA (Hg.): Checkliste Reiseapotheke

Robert Koch Institut (Hg.): Epidemiologisches Bulletin vom 24. August 2017/Nr. 34 unter: rki.de

apothekia – Hol dir was du brauchst

apothekia ist das moderne PTA Wissensportal mit eingebautem Prämiensystem.

Symbolbild Quallenverbrennung
Quallenplage: Wenn Urlauber sich im Wasser verbrennen

Dass Mallorca vor wenigen Wochen wegen gefährlicher Gift-Quallen zeitweise seine Strände schließen musste, machte auch in Deutschland Schlagzeilen. Schließlich geht es hier um Deutschlands liebste Urlaubsinsel. Und was ist ein Strandurlaub ohne die Möglichkeit, im Meer schwimmen zu gehen? Inzwischen sind die Mallorquiner Strände wieder geöffnet. In der spanischen Zeitung El Mundo erklärte Meeresbiologe und Quallenexperte Josep Maria Gili, dass die Portugiesische Galeere (Physalia physalis), eine quallenartige Nesseltierart mit rund 20 Meter langen Tentakeln, wahrscheinlich nicht mehr an den Stränden auftauchen würde. Die aus vielen einzelnen Polypen bestehenden Lebensformen seien nämlich zu diesem Zeitpunkt im Jahr am Ende ihres Lebenszyklus‘ angelangt.

Immer mehr Quallen im Meer

Das Problem löst sich dadurch aber nur bedingt von selbst. Im Meer rund um die Balearen werden, so Gili, nämlich noch große Mengen an Leuchtquallen (Pelagia noctiluca), Segelquallen (Velella velella) und Lungenquallen (Rhizostoma pulmo) erwartet. Grund dafür sind die hohen Wassertemperaturen. Außerdem haben sich Quallen in den Weltmeeren in den letzten zwei Jahrzehnten massiv vermehrt. Auslöser sind der Klimawandel, aber auch die Überfischung. Wenn nämlich die quallenfressenden Fische weggefangen werden, bleiben viele Quallen übrig und können sich vermehren.
Quallen sind sehr einfache Lebewesen, die ohne Augen oder Gehirn auskommen. Man geht deshalb davon aus, dass sie nicht entscheiden, wohin sie schwimmen. Oft zieht sie die Strömung einfach mit. So kann es passieren, dass sie in Strandnähe getrieben oder sogar ans Ufer gespült werden. Badegäste sehen die toten Tiere dann als Glibberhaufen im Sand liegen.

Was passiert, wenn wir uns „vernesseln“

Manche Arten von Quallen sind im Wasser und zu Land gefährlich. Das Problem sind die Tentakel mit den vielen Nesselzellen. Diese Zellen sind wie kleine Sprengfallen aufgebaut. Wenn sie durch chemische Reize oder Berührungen ausgelöst werden, feuert jede Nesselzelle automatisch klebrige Fäden oder mikroskopische Giftharpunen mit Widerhaken ab. Eigentlich sind diese dazu da, kleine Meereslebewesen zu fangen, von denen die Qualle sich ernährt. Manche dieser Mikroharpunen können aber auch in die menschliche Haut eindringen. Das ist sehr schmerzhaft. Das Gift aus den Nesselzellen verursacht gleichzeitig Rötungen und Blasen. Zusätzlich kann es zu körperlichen Reaktionen kommen, im Extremfall zum anaphylaktischen Schock. Ein kleiner Trost ist, dass die Quallenarten mit tödlich starken Giften wie die Seewespe (Chironex fleckeri) nicht im Mittelmeer vorkommen. Touristen auf Mallorca sind vor ihnen sicher.

Erste Hilfe bei Quallen-Verbrennungen

Bei der Begegnung von Mensch und Qualle bleiben die Tentakel und Nesselfäden oft an der Haut kleben. Bevor die brennenden geröteten Stellen versorgt werden können, müssen diese erst einmal runter, um nicht noch mehr Schaden anzurichten. In den Tentakeln der Quallen befinden sich oft nämlich noch zahlreiche geladene Nesselzellen. Diese sind wie Blindgänger und müssen deshalb genauso behutsam behandelt werden. Werden sie zu fest angefasst oder etwa mit bloßen Händen oder einem Handtuch abgerubbelt, entladen sich die Nesselzellen. Dasselbe kann passieren, wenn versucht wird, die Verbrennung mit Süßwasser oder Alkohol abzuspülen. Die Nesselzelle merkt dann sozusagen, dass sie sich nicht mehr im Meer befindet und feuert. Deshalb ist es besser, eine Quallen-Verbrennung mit Meerwasser auszuspülen.

Die Tentakel selbst können mit einer Pinzette abgezupft werden. Ist keine zur Hand, kann auch trockener feiner Sand auf die Stelle gestreut werden. Die in Sand eingeschlossenen Quallenteile lassen sich dann mit einer Karte oder einer Kinderschaufel von der Haut kratzen. Für die Behandlung der Haut selbst sind antihistaminhaltige Salben geeignet.

Wenn jemand aber auf den Quallenstich stark allergisch reagiert oder größere Hautpartien betroffen sind, dann ist das ein Fall für die Notaufnahme.

Willst du mehr wissen?

In diesem kurzen Video (mit deutschen Untertiteln) lernst du mehr über Quallen und ihre besonderen Fähigkeiten.

Quellen:

Altmeyer P: Artikel: Dermatitis medusica in Altmeyers Enzyklopädie unter www.enzykloepaedie-dermatologie.de
Bartholomäus E: Reisemedizin: Was bei Kontakt mit Quallen zu beachten ist. In: Dtsch Arztebl 2009; 106(28-29): A-1438 / B-1226 / C-1194, online unter www.aerzteblatt.de
Erste Hilfe Zentrum Kiel: Feuerquallen unter: www.erste-hilfe-zentrum-kiel.de
Artikel: Cniden, in: Lexikon der Biologie, Heidelberg 1999 unter: www.spektrum.de

apothekia – Hol dir was du brauchst

apothekia ist das moderne PTA Wissensportal mit eingebautem Prämiensystem.

Frau mit Blasenentzündung
Blasenentzündungen sind ein Sommerthema

Blasenentzündungen sind häufig. Am allerhäufigsten sind sie im Sommer. Und am häufigsten sind Frauen betroffen. Sogenannte Infektionen der unteren Harnwege sind für viele so normal, dass sie nicht gleich zum Arzt gehen, wenn sie die typischen Symptome verspüren: Harndrang trotz relativ leerer Blase, ein unangenehmes Brennen beim Wasserlassen und Schmerzen unterhalb des Bauchnabels.

Betroffene, die schon mindestens eine Blasenentzündung überstanden haben, wissen: Die Beschwerden klingen in leichteren Fällen nach ein paar Tagen von selbst wieder ab. Außerdem helfen meistens verschreibungsfreie Mittel aus der Apotheke sowie Hausmittel wie Wärmflaschen und Fußbäder. Dies gilt zumindest für unkomplizierte Infekte der unteren Harnwege, wie Fachleute sie nennen. „Unkompliziert“ heißt, dass nur die Blase akut betroffen ist und alle beteiligten Organe normal weiterfunktionieren. Das ändert allerdings nichts daran, dass auch unkomplizierte Infekte für Betroffene sehr unangenehm sind.

Eine Diagnose, viele Ursachen

Infekte der unteren Harnwege sind aus zwei Gründen häufig: Erstens gibt es viele Auslöser. Der häufigste Erreger ist das Darmbakterium E. coli. Auf der Liste möglicher Übeltäter stehen aber noch einige andere Keime. Der Körper selbst trägt zu einer Blasenentzündung bei, wenn die Immunabwehr durch Kälte, Stress oder andere Ursachen gestört wird. Zudem können hormonelle Faktoren die Schleimhaut in Harnröhre und Blase anfälliger machen. Zweitens ist die weibliche Harnröhre um ein Vielfaches kürzer als die männliche. Das bedeutet gerade für Bakterien wie E. coli: Kurze Wege, leichtes Spiel. Die Erkrankung verläuft deshalb auch von unten nach oben: Zuerst ist die Harnröhre betroffen, dann die Blase; in seltenen, aber schweren Fällen steigt die Entzündung über die Harnleiter bis ins Nierenbecken auf.

Wetter warm, Blase erkältet

Mütter und Omas warnen wahrscheinlich seit Generationen vor bauchfreien Oberteilen und kalten Böden. Mit gutem Grund: Das Auskühlen des Unterleibs begünstigt die Entstehung einer Blasenentzündung. Durch die Kälte lässt die Durchblutung nach. Krankheitserreger können dann schlechter vom Körper abgewehrt werden. Im Winter wappnen sich Töchter und Enkelinnen also gegen die Kälte. Aber wer rechnet schon an einem warmen Sommertag damit, sich zu verkühlen?

Dabei ist die Blasenentzündung durch nasse Badesachen ein Klassiker. Der klamme Bikini reicht bei empfindlichen Frauen bereits aus, um Beschwerden hervorzurufen. Aber auch wer keinen Ausflug zum Badesee macht, kann an den falschen Stellen auskühlen. Bei der Grillparty am Abend oder draußen im Biergarten bleibt es oft nicht so warm, wie erwartet.

Die Honeymoon Cystitis

Auch indirekt erhöht das Sommerwetter das Risiko für Blasenentzündungen: Im Sommer sind Menschen sexuell aktiver. Dadurch steigt das Risiko für Geschlechtskrankheiten quasi mit der Temperatur — aber auch das für Harnwegsinfekte. Beim Sex gelangen zum einen neue Bakterien in die Nähe der Harnröhre. Zum anderen wird ihnen der kurze Weg zur Blase auch auf mechanische Weise durch die Bewegung beider Partner leicht gemacht. Außerdem verändert sich der pH-Wert der Scheide bei ungeschütztem heterosexuellen Geschlechtsverkehr kurzfristig. Das kann das Wachstum und die Wanderung unerwünschter Bakterien zusätzlich fördern. Die Folge ist ein typischer Harnwegsinfekt. Dieser kommt jedoch so häufig vor, dass er im Englischen einen speziellen Namen bekommen hat: Honeymoon Cystitits – Flitterwochen-Blasenentzündung.

Blasenentzündungen haben im Sommer Saison

Natürlich holen sich Menschen auch in den Wintermonaten Harnwegsinfekte, aber im Sommer treten sie häufiger auf. Eine französische Forschergruppe zum Beispiel untersuchte die Häufigkeit von Blasenentzündungen anhand von Google-Suchanfragen und den Verkaufszahlen bestimmter Medikamente. Das Ergebnis: Im Sommer werden mehr Medikamente gegen Blasenentzündung verkauft und Dr. Google häufiger nach der Erkrankung gefragt.

Amerikanische Wissenschaftler, die die Häufigkeit schwerer Harnwegsinfekte untersuchten, bemerkten, dass jeden Sommer besonders viele Patienten deswegen im Krankenhaus behandelt werden müssen. Bei diesen Patienten handelt es sich um die Spitze des Eisbergs. Das Muster ist aber in beiden Studien gut erkennbar: Blasenentzündungen sind ein Sommerthema.

Du willst mehr erfahren?

In unserem Grundmodul Harnwegsinfekte und im nachfolgenden Aufbaumodul Blasenentzündung erfährst du, welche Formen von Harnwegsinfekten es gibt, was dabei im Körper passiert und was dagegen hilft.

 

Quellen:

Cornelisse VJ, Chow EPF, Chen MY, et al. Summer heat: a cross-sectional analysis of seasonal differences in sexual behaviour and sexually transmissible diseases in Melbourne, Australia Sex Transm Infect Published Online First: 06 November 2015. doi: 10.1136/sextrans-2015-052225

Rossignol L, Pelat C, Lambert B, Flahault A, Chartier-Kastler E, et al. (2013) A Method to Assess Seasonality of Urinary Tract Infections Based on Medication Sales and Google Trends. PLoS ONE 8(10): e76020. doi:10.1371/journal.pone.0076020
Simmering JE, Tang F, Cavanaugh JE, Polgreen LA, Polgreen PM. The Increase in Hospitalizations for Urinary Tract Infections and the Associated Costs in the United States, 1998–2011. Open Forum Infectious Diseases. 2017;4(1):ofw281. doi:10.1093/ofid/ofw281.
apothekia – Hol dir was du brauchst

apothekia ist das moderne PTA Wissensportal mit eingebautem Prämiensystem.