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Symbolbild Sonnenbrand mit sehr rotem Urlauber am Strand
Sonnenbrand: Verbrannt und jetzt?

Ohne Sonnenschutz nicht in die Sommersonne. Diese Regel kennen die meisten. Viele beherzigen sie auch. Trotzdem gaben bei einer Forsa-Umfrage vier von zehn Deutschen an, mindestens einmal im Jahr einen Sonnenbrand zu haben. In diesem Beitrag wollen wir einen Blick darauf werfen, was passiert, wenn der Sonnenschutz nicht ausreichend war und wie ein Sonnenbrand behandelt werden kann.

Zu spät…

Gerade bei hellen Hauttypen genügt schon eine halbe Stunde Unachtsamkeit in Sachen Sonnenschutz, damit es zu spät ist. Die Folgen eines zu langen Aufenthalts in der Sonne hat so gut wie jeder schon einmal am eigenen Leib erfahren: Heiße, gerötete Haut, Schmerzen und Juckreiz. In schweren Fällen kommt es zusätzlich zu Schwellungen und Blasen auf der Haut. Zudem können systemische Symptome wie Fieber, Übelkeit und Kreislaufbeschwerden auftreten. Diese können auch Anzeichen für einen Sonnenstich oder Hitzeschlag sein. Treten nach dem Aufenthalt in der Sonne Kopfschmerzen, Schwindel, Erbrechen oder Schüttelfrost auf, ist das ein Alarmzeichen und ein Arzt sollte aufgesucht werden.

Was genau passiert bei einem Sonnenbrand?

Der Sonnenbrand heißt nicht nur so, sondern ist tatsächlich eine Verbrennung. Während bei einer normalen Verbrennung Hitze die Hautzellen schädigt, ist beim Sonnenbrand die Ultraviolettstrahlung (UV-Strahlung) verantwortlich. Im Gewebe werden als Reaktion auf die Sonnenschäden Entzündungsbotenstoffe freigesetzt. Die Entzündung wiederum verursacht binnen weniger Stunden die typischen Sonnenbrand-Symptome. Dabei liegt der Höhepunkt des akuten Sonnenbrands etwa 24 Stunden nachdem die Haut eine zu hohe UV-Strahlendosis abbekommen hat.
Wenn die akute Phase nach wenigen Tagen vorbei ist, kann es sein, dass die Haut sich von den inzwischen untergegangenen Zellen trennt. Dann „pellt“ sie sich. Ein großes Problem ist, dass sich die Haut dabei nie vollständig erholt. Bei jedem Sonnenbrand verursacht die Strahlung auch Schäden im Erbgut der Hautzellen. Dabei besteht das Risiko, dass die Schutzmechanismen des Körpers irgendwann versagen und die mutierten Zellen sich in Krebszellen verwandeln. Besonders gefährdet sind dabei Kinder, weil sich ihre Hautzellen durch das Wachstum besonders viel teilen und Fehler im Erbgut dadurch eher vervielfältigt werden.

Einen Sonnenbrand behandeln

Gegen das Krebsrisiko durch Sonnenbrand lässt sich leider im Nachhinein nichts machen. Die akuten Symptome können aber zum Glück gelindert werden. Wer sich einen Sonnenbrand zugezogen hat, sollte erst einmal viel trinken. Die gerötete Haut selbst kann gekühlt werden. Hierzu sind Kälte-Kompressen genauso geeignet, wie feuchte Umschläge, gekühlte Aprés-Sun-Lotion oder Quarkanwendungen. Von letzteren sollte allerdings abgesehen werden, wenn die Haut zu gereizt ist.
Gegen die Schmerzen können verschreibungsfreie Schmerzmittel aus der Hausapotheke, wie Ibuprofen oder ASS, genommen werden. Sie wirken nicht nur schmerzstillend, sondern auch entzündungshemmend.
Die Entzündung der Haut kann auch topisch behandelt werden. Hier kann der Arzneistoff Hydrocortison(-acetat) zum Einsatz kommen. Hydrocortison ist zur äußerlichen Anwendung in Konzentrationen von 0,25% und 0,5% von der Verschreibungspflicht freigestellt. Es lindert die Entzündungsreaktion direkt, sodass die Hauptsymptome Rötung, Schwellung, Erwärmung, Juckreiz und Schmerz gelindert werden. Durch die geringe Wirkstoffkonzentration und die topische Anwendung ist die Verträglichkeit im Allgemeinen sehr gut. Wichtig bei Sonnenbrand: Die richtige Darreichungsform. Da die Haut bei Sonnenbrand schmerzt und berührungsempfindlich ist, sind leichte Cremes, Gele oder ein Spray meist eine gute Wahl. Ein Spray kann sogar vollkommen kontaktlos und auch auf behaarter Haut gut angewendet werden. Nicht rezeptpflichtige Hydrocortisonprodukte helfen übrigens nicht nur bei Sonnenbrand, sondern auch bei Quallen- und Insektenstichen. Ähnlich wie Schmerzmittel und Sonnenschutz, werden sie als Bestandteil der Reiseapotheke empfohlen.
Schwere Sonnenbrände sind hingegen etwas, mit dem Betroffene zum Arzt gehen sollten. Dieser verschreibt im Ernstfall auch eine Behandlung mit systemischen Glucocortikoiden.

Fazit

Sonnenbrand ist häufig, aber keine Bagatelle. Jeder einzelne Sonnenbrand hinterlässt Spuren in der Haut. Ursache für die akuten Symptome des Sonnenbrands, allen voran die gerötete Haut, ist eine Entzündungsreaktion des Körpers. Diese lässt sich mit Hausmitteln sowie Mitteln aus der Apotheke gut behandeln. Deinen Kunden kannst du mit deiner Beratung also wortwörtlich helfen, ihre Haut zu retten.

Willst du mehr wissen?

Im Aufbaumodul Sonnenbrand  erhältst du weitere Informationen zu diesem Thema. In unserem Produktmodul Solventol® HydroCort stellen wir dir topische Präparate zur Behandlungen von Sonnenbrand und anderen entzündlichen Hautreaktionen vor.

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Quelle

Forsa Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen mbH: Verhalten in Bezug auf Sonnenschutz (Stand Juli 2016) unter: https://www.dak.de/dak/download/forsa-ergebnisse-sonnenschutz-1829364.pdf, Abrufdatum: 06.07.2018

Pflichttexte

Soventol Gel 20 mg/g Gel: Zur Linderg. v. leicht bis mittelstark ausgepr. Reakt. auf Insektenst. (z.B. Mückenst.) m. Juckreiz. Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. MEDICE Arzneimittel Iserlohn; 08/2017

Soventol Hydrocortisonacetat 0,25% 2,5 mg/g Creme: Zur Behandl. v. entzündl. u. allerg. Dermatosen (Hautentz. u. Ekzeme) m. geringer bis mittl. Symptomauspräg., d. auf eine äußerl. Behandl. m. schwach wirks. Corticosteroiden ansprechen. Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. MEDICE Arzneimittel Iserlohn; 07/2017

Soventol HydroCort 0,5% 5 mg/g Creme: Alle Hauterkr., d. auf eine Behandl. m. Corticoiden ansprechen, wie z. B. entzündl., allerg. o. juck. Dermatosen (Hautentz., Ekzeme). Warnhinweis: Enth. Sorbinsäure, Kaliumsorbat und Cetylsterylalkohol. Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. MEDICE Arzneimittel Iserlohn; 07/2017

Soventol Hydrocortisonacetat 0,5% 5 mg/g Creme: Zur Behandl. v. mäßig ausgepr. geröteten, entzündl. o. allerg. Hauterkr., b. denen schwach wirks., niedrig konzentr. Corticosteroide angez. sind. Warnhinweis: Keine Anw. bei Kindern u. 6 Jahren ohne ärztl. Verordnung. Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. MEDICE Arzneimittel Iserlohn; 11/2017

Soventol HydroCort 0,5% Spray 5 mg/g Lösung: Zur Linder. v. nicht infiz. leichten entzündl., allerg. o. juck. Hauterkr., d. auf eine symptom. Behandl. m. schwach wirks. Glucocorticosteroiden ansprechen. Warnhinweis: Enthält Propylenglycol. Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. MEDICE Arzneimittel Iserlohn; 07/2017

Symbolbild Mundgesundheit
Mundgesundheit – mehr als schöne Zähne

Ob Sprechen, Essen, Lachen, Atmen, Schmecken, Küssen oder Singen – unser Mund hat jeden Tag viel zu tun. Ein gesunder Mund bedeutet deshalb auch Lebensqualität. Es beginnt mit Zahngesundheit, aber auch der Zustand von Zahnfleisch und Mundschleimhaut spielen eine große Rolle. Dabei gibt es viel, was wir tun können, um uns diese Gesundheit zu erhalten. Regelmäßiges Zähneputzen ist für die meisten selbstverständlich. Zahnärzte empfehlen auch, die Zahnzwischenräume einmal am Tag mit Zahnseide zu reinigen. Mit Bürste und Faden wird die Ausbreitung von Bakterien verhindert, die an Zähnen und Zahnfleisch Schaden anrichten können. Außer Zähneputzen hilft auch ein gesunder Lebensstil, die Mundgesundheit zu erhalten. Das schließt den Verzicht auf Zigaretten genauso ein wie eine ausgewogene Ernährung mit wenig zucker- und säurehaltigen Speisen.

Mundgesundheit kommt auch von innen

Eine gesunde Ernährung ist wichtig, weil es manchmal gar nicht an mangelnder Mundhygiene liegt, wenn sich offene, wunde Stellen im und am Mund bilden. Eisen- oder Zinkmangel können sich als schmerzhafte Einrisse an den Mundwinkeln, sogenannten Rhagaden, bemerkbar machen.

Wer sich gesund ernährt, unterstützt sein Immunsystem. Wird dieses nämlich durch Vitalstoffmangel geschwächt, kann sich das unmittelbar auf die Mundgesundheit auswirken. Darüber hinaus setzen Stress und Krankheiten wie Diabetes dem Immunsystem zu. In dem Fall können sich Pilze und Bakterien, die normalerweise Teil der gesunden Mundflora sind, übermäßig vermehren. Endzündungen des Mundraums sind dann oft die Folge.

Auch Infektionen, gastroenterologische oder immunologische Erkrankungen können sich auf die Mundgesundheit auswirken. Ein bekanntes Beispiel hierfür sind Aphthen. Die Bläschen am Zahnfleisch oder der Innenseite der Lippen treten oft infolge anderer Erkrankungen auf. Sie sind meist zwar nicht gefährlich, aber oft sehr schmerzhaft und störend beim Sprechen und Essen.

Wenn die Dritten drücken

In einer zunehmend älteren Gesellschaft ist aber auch ein weiterer Auslöser von Zahnfleischentzündungen zunehmend weit verbreitet: Zahnprothesen und Implantate. Sitzen die Dritten nicht richtig, bilden sich schmerzhafte Druckstellen.

Wie die natürlichen Zähne müssen auch Zahnprothesen gründlich gereinigt werden. Zwar bekommen künstliche Zähne keine Löcher mehr, aber wenn sich Bakterien darauf vermehren, dann können sich Zahnfleisch und Mundschleimhaut schnell entzünden.

Bei älteren Menschen ist Mund- und Zahngesundheit auch aus einem weiteren Grund wichtig: In Studien zeigte sich bei ihnen ein Zusammenhang zwischen Parodontose und einem erhöhten Risiko, an bestimmten Krebsarten wie Speiseröhrenkrebs zu erkranken. Allerdings ist hier noch nicht genau bekannt, welcher ursächliche Zusammenhang dahintersteckt.

Entzündungen im Mund behandeln

Zwar gibt es eine Vielzahl von möglichen Auslösern für Entzündungen im Mundraum, doch schafft in den meisten Fällen eine topische Behandlung Abhilfe. Hier kommen Mundspüllösungen, Gele, Salben, Tinkturen zum Aufpinseln und Lutschtabletten zum Einsatz. Dabei kann die Entzündung auf unterschiedliche Arten bekämpft werden. Bei der topischen Behandlung des Mundraums kommen sowohl chemische als auch pflanzliche Substanzen zum Einsatz.

  • Antiseptische Behandlungen richten sich direkt gegen Krankheitserreger. Sie sollten je nach Wirkstoff Bakterien, Viren und Pilze bekämpfen. Bekannte Wirkstoffe sind Chlorhexidin, Ethacridin oder Povidon-Iod.
  • Entzündungshemmend und schmerzstillend wirkende Stoffe helfen, die Symptome zu behandeln und damit den Leidensdruck der Betroffenen direkt zu verringern. Hier können Wirkstoffe wie Benzydamin oder Lidocain zum Einsatz kommen.
  • Pflanzliche Mittel bieten oft eine Kombination verschiedener Wirkansätze. So wirkt die auch als Hausmittel bekannte und bewährte Kamillenblüte sowohl antibakteriell als auch entzündungshemmend. Sie fördert zusätzlich die Wundheilung. Auf der Schleimhaut mit ihrer hohen Zellteilungsrate und der damit verbundenen Regenerationsfreudigkeit ist Kamille besonders wirksam. Weitere Heilpflanzen, die bei Entzündungen der Mundschleimhaut helfen können sind Salbei, Myrrhe, Thymian und Nelke.

Viele Mittel gegen Entzündungen der Mundschleimhaut oder des Zahnfleisches sind frei in der Apotheke erhältlich. Das heißt, dass Betroffene hier direkt von der Beratungskompetenz von PTA und Apotheker/innen profitieren.

Willst du mehr wissen?

Bei apothekia kannst du dich als PTA einfach und kostenfrei rund um das Thema Mundgesundheit fortbilden. Neutrales Medizinwissen findest du im Grundmodul Mund und dem Aufbaumodul Endzündungen im Mund. Im Produktmodul InfectoGingi kannst du zudem dein Produktwissen vertiefen.

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Pflichttext
InfectoGingi® Mundgel, Gel zur Anwendung in der Mundhöhle. Wirkst.: Lidocain, Auszug aus Salbeiblättern und Kamillenblüten. Zus.: 100 g enth.; Lidocain 1,0 g, Auszug aus Salbeiblättern (1:1,95 – 2,2) Auszugsmittel Ethanol 66,3 % (V/V) 12,00 g, Kamillenblüten (1:1,9 – 2,2) Auszugsmittel Ethanol 66,3 % (V/V) 12,00 g. Sonst. Bestandt.: Minzöl, Propylenglycol, Kaliumcarbonat, Kieselsol 1430, Hyetellose, Farbstoff E 141, gereinigtes Wasser. Anw.: Zeitweilige unterstütz. Beh. von Entzündungen und Wunden der Mundschleimhaut und des Zahnfleisches. Gegenanz.: Überempf. gegen die Wirkstoffe oder einen der sonst. Bestandteile. Warnhinw.: Propylenglykol kann Hautreiz. verursachen. Nebenw.: Selten Überempf.-Reaktionen. Apothekenpflichtig. Stand 03/2014



Infectopharm Arzneimittel und Consilium GmbH, Von-Humboldt-Str. 1, 64646 Heppenheim

Joggerin mit gut sichtbarem Bauchnabel-Piercing, Symbolbild: Internationaler Tag des Körperpiercings
Internationaler Tag des Körperpiercings – Das Piercing in der Apotheke

Am 28. Juni ist Internationaler Tag des Körperpiercings. Dieser Tag ist allen Piercern, Gepiercten und Piercings als solchen gewidmet. Er wurde 2011 von der amerikanischen Piercer-Community ins Leben gerufen. Das Datum wurde gewählt, weil es der Geburtstag des Piercing-Pioniers Tim Ward ist, der Ende der Siebzigerjahre das erste professionelle Piercingstudio eröffnete. Ein Piercing konnte damals noch den Unterschied zwischen Bürger und Rebell ausmachen. Heute ist das anders.
So fanden Psychologen der Universität Leipzig in einer Studie heraus, dass in Deutschland rund ein Drittel aller Frauen zwischen 14 und 34 Jahren und 14,4 % aller Männer in der selben Altersgruppe gepierct sind. Das Piercing ist, genau wie das Tattoo, keine Randerscheinung mehr, sondern hat seinen Platz mitten in der Gesellschaft gefunden. Entsprechend ist es schon lange kein Akt der Rebellion mehr, sich mehr nur die Ohrläppchen stechen zu lassen. In einer Umfrage unter Schülern und Studierenden gaben die meisten Gepiercten an, sich aus ästhetischen Gründen für diese Art der Körpermodifikation entschieden zu haben. Ein guter Teil der Menschen findet Piercings heute also einfach hübsch. Früher oder später finden sich Piercings deshalb auch auf der einen oder anderen Seite des HV-Tisches.

Piercings bei Apothekenkunden

Nachdem ein Piercing im Studio gestochen wurde, bleibt der jeweilige Piercer auch bei Fragen und Problemen der Ansprechpartner Nummer eins. Frisch Gepiercte erhalten von ihm oft neben der Anleitung zur Nachsorge auch einen kleinen Vorrat an Pflegemitteln. Brauchen sie Nachschub oder anderes Pflegezubehör, kann es aber gut sein, dass sie sich an die nächste Apotheke wenden.
Der Stichkanal selbst ist im Prinzip nichts anderes als eine kleine Verletzung und muss im Grunde auch so versorgt werden. Hier finden sich in der Apotheke unterschiedliche Produkte. Es gibt bei frischen Piercings aber Besonderheiten: Anders als eine kleine Schürfwunde, die nach maximal zwei Wochen verheilt ist, ist die Heilungsdauer bei Piercings mit mehreren Wochen bis Monaten recht lang.

Ein frisches Piercing pflegen

Eine weitere Besonderheit bei frischen Piercings ist, dass es ein bis zwei offene Stellen an der Oberfläche gibt, die eigentliche Verletzung aber im Gewebe liegt. Salben sind deshalb nicht die richtige Darreichungsform. Der Verband professioneller Piercer (VPP) rät von Wund- und Heilsalbe zur Behandlung ab und empfiehlt, zudem die gepiercte Stelle in der Heilungsphase nicht mit Pflegeprodukten wie Cremes oder Peelings in Berührung zu bringen. Stattdessen empfiehlt der VPP eine sanfte Behandlung des frischen Piercings mit Kochsalzlösung oder Kamillenkonzentrat.
Octenidin-Spray ist, weil es knorpeltoxisch wirkt, nicht für Knorpelpiercings an den Ohren oder der Nase geeignet. Weil es zudem austrocknend wirkt, sollte es auch nur an unempfindlicheren Stellen an der Hautoberfläche angewendet werden. Völlig ungeeignet sind laut VVP-Empfehlung bei unauffällig abheilenden Piercings Tyrothricin-Gel, Jodsalbe sowie Wasserstoffperoxid.

Nicht alle Piercings heilen gleich schnell

Wie lange das Piercing behandelt werden muss, hängt davon ab, welche Körperstelle gepierct wurde. Piercings durch weiches Gewebe oder an Schleimhäuten heilen schneller als Piercings durch Knorpel oder an Stellen, wo immer wieder Spannung oder Druck auf die Haut ausgeübt wird. Die beliebten Bauchnabelpiercings zum Beispiel brauchen etwa sechs bis acht Monate zum Abheilen.

Piercings bei PTA ?

Im Netz wird immer wieder gefragt, ob es ein Problem sei, mit modifiziertem Körper einen Job in der Apotheke zu bekommen. Weil es bei PTA um Kundenkontakt und Vertrauen geht und viele ältere Kunden kommen, können sichtbare Modifikationen wie Piercings im Gesicht Schwierigkeiten bereiten. Ob dieser Fall aber wirklich eintritt, hängt vom jeweiligen Arbeitgeber ab.

Du willst mehr wissen?

In unserem Grundmodul Wundbehandlung erfährst du, was im Körper passiert, wenn kleine und größere Hautverletzungen abheilen.

Quellen
Verband professioneller Piercer: Die richtige Pflege, unter: www.vpp-piercing.de
Appel, A; Hofmeister, D et al. : Körperbild und Körperschmuck. Psychotherapeut. 60(6), Oktober 2015, S. 1-6, DOI: 10.1007/s00278-015-0062-3

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Frau mit Koffer
Ich packe meinen Koffer: Was gehört in die Reiseapotheke?

„Wie kann ich mich gut vorbereiten, damit mein Urlaub nicht vermiest wird, auch wenn etwas passiert?“ Diese Frage stellen sich viele zu Beginn der Sommerferien. Natürlich kommt es immer darauf an, wohin die Reise geht. Auch die Dauer des Aufenthalts, geplante Aktivitäten und natürlich die Sprachbarriere spielen eine Rolle.
Hier folgen Tipps zur Vorbereitung und Vermeidung der häufigsten Gesundheitsbeschwerden im Urlaub:

Sonnenbrand

Sonnenschutz ist im Sommer ein Must-have. Viele Urlauber unterschätzen die Sonne aber. Sie cremen sich nicht richtig ein, vergessen nachzucremen oder verzichten an bewölkten Tagen einfach auf Sonnenschutz. Das Ergebnis ist oft ein je nach Hauttyp mehr oder weniger starker Sonnenbrand. After-Sun-Präparate wurden entwickelt, um gesunder Haut nach dem Sonnenbad Kühlung und Feuchtigkeit zu spenden. Bei leichteren Sonnenbränden können sie dadurch etwas Linderung verschaffen. Da ein Sonnenbrand medizinisch betrachtet eine durch UV-Strahlung verursachte Entzündung der Haut ist, können apothekenpflichtige cortisonhaltige Cremes hier eine sinnvolle Behandlungsoption sein. Verschreibungsfreie Schmerzmittel aus der Reiseapotheke helfen auch noch bei mittelschwerem Sonnenbrand.

Beratungstipp: Es gibt auch cortisonhaltige Hautsprays. Diese können eine gute Option sein, wenn die Haut durch den Sonnenbrand sehr schmerzempfindlich ist, da sie einfach nur aufgesprüht werden und das Einreiben mit der Hand entfällt.

Insektenstiche

Genau wie Sonnenbrand gehören Insektenstiche zu den Dingen, die im Idealfall gar nicht erst passieren sollten. Mücken übertragen an vielen Orten der Welt Krankheiten wie Malaria oder Dengue-Fieber. Außerdem lösen die Stiche eine Immunreaktion beim Opfer aus: Der Stich wird rot, juckt, es bildet sich eine Quaddel oder sogar eine größere Schwellung. Doch nicht nur Mücken sind eine Gefahr, auch andere Insekten, wie Bremsen können stechen. Und auch die Gefahr durch Zeckenbisse sollte nicht unterschätzt werden.

Gegen Malariamücken haben sich DEET-haltige Insektenschutzmittel bewährt. Allerdings ist DEET ein aggressiver Wirkstoff. Er greift Textilien und Kunststoffe an. Wer nicht in Malaria-Risikogebiete reist und sich gegen andere Insektenarten schützen will, kann gut auf Insektenschutzmittel mit Icaridin oder PMD zurückgreifen. In jedem Fall aber gehört Insektenschutz zur Grundausstattung für den Sommerurlaub. Mittel gegen Insektenstiche, sei es als Stift, Salbe oder Spray, sollten zusätzlich Teil der Reiseapotheke werden. Diese können gegen Schwellungen und Entzündungsreaktionen helfen, die Stichstelle kühlen oder den Juckreiz mildern. Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) empfiehlt, auch Allergiemedikamente zur Reiseapotheke hinzuzufügen.

Magen-Darm-Beschwerden

Wenn es um Lebensmittel geht, gilt besonders auf Fernreisen die alte Regel: Cook it, peel it, boil it, or forget it! – Koch es (ab), schäl‘ es oder vergiss es! Rohe Lebensmittel, die vielleicht auch noch mit keimbelasteten Leitungswasser abgewaschen wurden, können Krankheitserreger enthalten. Durchfallerkrankungen sind unter Touristen deshalb sehr häufig. Die Folge: Verlorene Urlaubstage, denn viele trauen sich nicht aus dem Hotelzimmer, weil sie nicht wissen können, wo im Notfall die nächste Toilette ist. Ein Mittel gegen akuten Durchfall sollte also mitreisen – genau wie etwas um Verdauungsbeschwerden wie Sodbrennen oder Verstopfung in den Griff zu bekommen. Im Urlaub wird oft anders gegessen und manche Mägen reagieren auf die Umstellung empfindlich. Wer andererseits zu Reisekrankheit neigt, sollte ebenfalls entsprechend vorsorgen und etwas gegen Übelkeit einpacken. Rezeptfrei sind Präparate mit Antihistaminika. Wer auf pflanzliche Wirkstoffe setzt, nimmt Ingwer in Form von Tee- oder Kapseln.

Erkältungen

Auf längeren Flugreisen können die Schleimhäute austrocknen, neue Orte halten Krankheitserreger parat, die das Immunsystem noch nicht kennt und in den wärmsten Ländern blasen die Klimaanlagen die kälteste Luft ins Hotelzimmer. Das schafft alles gute Voraussetzungen, um sich im Urlaub zu erkälten. Daher gehören auch Erkältungs- und Halsschmerzmittel in die Reiseapotheke. Nützliche Begleiter sind auch ein Fieberthermometer und das passende Fiebermittel. Außerdem bewähren sich bei Erkältungen Schmerzmittel wie ASS, Paracetamol und Ibuprofen.

Kleinere Verletzungen

Gerade im Aktiv- oder Familienurlaub sind kleine Verletzungen häufig. Ein kleiner Verbandskasten, Desinfektionsmittel sowie Wund- und Heilsalbe, sollten deshalb mit in den Koffer. Bei Sportverletzungen (und Sonnenbrand) helfen auch Kühlkompressen.

Persönliche Reiseapotheke und reisemedizinische Beratung

Natürlich sieht die Reiseapotheke für einen Wanderurlaub in Schweden anders aus als die für Ferien am Strand in Südostasien. Außerdem reist die Krankengeschichte jedes Reisenden mit. Patienten, die dauerhaft Medikamente einnehmen, sollten vor der Reise mit ihrem Arzt sprechen. So stellen sie sicher, dass sie über den Urlaub versorgt sind und ihre Medikamente auch ohne Probleme durch die Sicherheitskontrolle am Flughafen bekommen. Bei längeren Flugreisen sollte auch das Thromboserisiko berücksichtigt werden.

Beratungstipp: Lebenswichtige Medikamente immer doppelt mitführen – einmal im Reisegepäck und einmal im Handgepäck. So ist man sicher, wenn Gepäck verloren geht.

Gegen manche Krankheiten wie Gelbfieber oder Typhus existieren Impfungen. Bei Reisen in entsprechende Gefährdungsgebiete gibt es die Möglichkeit, sich vorsorglich impfen zu lassen. Das sind alles Themen, die vor der Reise mit einem Arzt abgesprochen werden können. Sogenannte Tropeninstitute bieten in Deutschland eine reisemedizinische Beratung an. Die Kosten dafür werden von vielen Krankenkassen zumindest teilweise erstattet. Wie die persönliche Reiseapotheke aussieht, richtet sich dann auch nach dem Ergebnis einer solchen Beratung.

Beratungstipp zum Schluss: Wenn es um wichtige Medikamente geht, und wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich vor der Reise informieren, wie das Medikament im Urlaubsland heißt und wie die Packung dort aussieht. Hilfreich ist auch, das entsprechende Bild auf dem Smartphone zu speichern. Im Notfall kannst du dieses dem Arzt oder Apotheker vor Ort zeigen.

Willst du mehr wissen?

Mehr über urlaubstypische Beschwerden und die Möglichkeiten, sie zu behandeln erfährst du im Grundmodul Magen-Darm, im Grundmodul Wundbehandlung sowie in den Aufbaumodulen zu Sonnenbrand und Insektenstichen.

 

Quellen:

Rahlenbeck, SMüller-Stöver, IDoggett, S: Insektenschutz: Wie man das Stichrisiko senkt, in: Dtsch Arztebl 2013; 110(29-30): A-1432 / B-1256 / C-1239

ABDA (Hg.): Checkliste Reiseapotheke

Robert Koch Institut (Hg.): Epidemiologisches Bulletin vom 24. August 2017/Nr. 34 unter: rki.de

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Symbolbild Quallenverbrennung
Quallenplage: Wenn Urlauber sich im Wasser verbrennen

Dass Mallorca vor wenigen Wochen wegen gefährlicher Gift-Quallen zeitweise seine Strände schließen musste, machte auch in Deutschland Schlagzeilen. Schließlich geht es hier um Deutschlands liebste Urlaubsinsel. Und was ist ein Strandurlaub ohne die Möglichkeit, im Meer schwimmen zu gehen? Inzwischen sind die Mallorquiner Strände wieder geöffnet. In der spanischen Zeitung El Mundo erklärte Meeresbiologe und Quallenexperte Josep Maria Gili, dass die Portugiesische Galeere (Physalia physalis), eine quallenartige Nesseltierart mit rund 20 Meter langen Tentakeln, wahrscheinlich nicht mehr an den Stränden auftauchen würde. Die aus vielen einzelnen Polypen bestehenden Lebensformen seien nämlich zu diesem Zeitpunkt im Jahr am Ende ihres Lebenszyklus‘ angelangt.

Immer mehr Quallen im Meer

Das Problem löst sich dadurch aber nur bedingt von selbst. Im Meer rund um die Balearen werden, so Gili, nämlich noch große Mengen an Leuchtquallen (Pelagia noctiluca), Segelquallen (Velella velella) und Lungenquallen (Rhizostoma pulmo) erwartet. Grund dafür sind die hohen Wassertemperaturen. Außerdem haben sich Quallen in den Weltmeeren in den letzten zwei Jahrzehnten massiv vermehrt. Auslöser sind der Klimawandel, aber auch die Überfischung. Wenn nämlich die quallenfressenden Fische weggefangen werden, bleiben viele Quallen übrig und können sich vermehren.
Quallen sind sehr einfache Lebewesen, die ohne Augen oder Gehirn auskommen. Man geht deshalb davon aus, dass sie nicht entscheiden, wohin sie schwimmen. Oft zieht sie die Strömung einfach mit. So kann es passieren, dass sie in Strandnähe getrieben oder sogar ans Ufer gespült werden. Badegäste sehen die toten Tiere dann als Glibberhaufen im Sand liegen.

Was passiert, wenn wir uns „vernesseln“

Manche Arten von Quallen sind im Wasser und zu Land gefährlich. Das Problem sind die Tentakel mit den vielen Nesselzellen. Diese Zellen sind wie kleine Sprengfallen aufgebaut. Wenn sie durch chemische Reize oder Berührungen ausgelöst werden, feuert jede Nesselzelle automatisch klebrige Fäden oder mikroskopische Giftharpunen mit Widerhaken ab. Eigentlich sind diese dazu da, kleine Meereslebewesen zu fangen, von denen die Qualle sich ernährt. Manche dieser Mikroharpunen können aber auch in die menschliche Haut eindringen. Das ist sehr schmerzhaft. Das Gift aus den Nesselzellen verursacht gleichzeitig Rötungen und Blasen. Zusätzlich kann es zu körperlichen Reaktionen kommen, im Extremfall zum anaphylaktischen Schock. Ein kleiner Trost ist, dass die Quallenarten mit tödlich starken Giften wie die Seewespe (Chironex fleckeri) nicht im Mittelmeer vorkommen. Touristen auf Mallorca sind vor ihnen sicher.

Erste Hilfe bei Quallen-Verbrennungen

Bei der Begegnung von Mensch und Qualle bleiben die Tentakel und Nesselfäden oft an der Haut kleben. Bevor die brennenden geröteten Stellen versorgt werden können, müssen diese erst einmal runter, um nicht noch mehr Schaden anzurichten. In den Tentakeln der Quallen befinden sich oft nämlich noch zahlreiche geladene Nesselzellen. Diese sind wie Blindgänger und müssen deshalb genauso behutsam behandelt werden. Werden sie zu fest angefasst oder etwa mit bloßen Händen oder einem Handtuch abgerubbelt, entladen sich die Nesselzellen. Dasselbe kann passieren, wenn versucht wird, die Verbrennung mit Süßwasser oder Alkohol abzuspülen. Die Nesselzelle merkt dann sozusagen, dass sie sich nicht mehr im Meer befindet und feuert. Deshalb ist es besser, eine Quallen-Verbrennung mit Meerwasser auszuspülen.

Die Tentakel selbst können mit einer Pinzette abgezupft werden. Ist keine zur Hand, kann auch trockener feiner Sand auf die Stelle gestreut werden. Die in Sand eingeschlossenen Quallenteile lassen sich dann mit einer Karte oder einer Kinderschaufel von der Haut kratzen. Für die Behandlung der Haut selbst sind antihistaminhaltige Salben geeignet.

Wenn jemand aber auf den Quallenstich stark allergisch reagiert oder größere Hautpartien betroffen sind, dann ist das ein Fall für die Notaufnahme.

Willst du mehr wissen?

In diesem kurzen Video (mit deutschen Untertiteln) lernst du mehr über Quallen und ihre besonderen Fähigkeiten.

Quellen:

Altmeyer P: Artikel: Dermatitis medusica in Altmeyers Enzyklopädie unter www.enzykloepaedie-dermatologie.de
Bartholomäus E: Reisemedizin: Was bei Kontakt mit Quallen zu beachten ist. In: Dtsch Arztebl 2009; 106(28-29): A-1438 / B-1226 / C-1194, online unter www.aerzteblatt.de
Erste Hilfe Zentrum Kiel: Feuerquallen unter: www.erste-hilfe-zentrum-kiel.de
Artikel: Cniden, in: Lexikon der Biologie, Heidelberg 1999 unter: www.spektrum.de

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Frau mit Blasenentzündung
Blasenentzündungen sind ein Sommerthema

Blasenentzündungen sind häufig. Am allerhäufigsten sind sie im Sommer. Und am häufigsten sind Frauen betroffen. Sogenannte Infektionen der unteren Harnwege sind für viele so normal, dass sie nicht gleich zum Arzt gehen, wenn sie die typischen Symptome verspüren: Harndrang trotz relativ leerer Blase, ein unangenehmes Brennen beim Wasserlassen und Schmerzen unterhalb des Bauchnabels.

Betroffene, die schon mindestens eine Blasenentzündung überstanden haben, wissen: Die Beschwerden klingen in leichteren Fällen nach ein paar Tagen von selbst wieder ab. Außerdem helfen meistens verschreibungsfreie Mittel aus der Apotheke sowie Hausmittel wie Wärmflaschen und Fußbäder. Dies gilt zumindest für unkomplizierte Infekte der unteren Harnwege, wie Fachleute sie nennen. „Unkompliziert“ heißt, dass nur die Blase akut betroffen ist und alle beteiligten Organe normal weiterfunktionieren. Das ändert allerdings nichts daran, dass auch unkomplizierte Infekte für Betroffene sehr unangenehm sind.

Eine Diagnose, viele Ursachen

Infekte der unteren Harnwege sind aus zwei Gründen häufig: Erstens gibt es viele Auslöser. Der häufigste Erreger ist das Darmbakterium E. coli. Auf der Liste möglicher Übeltäter stehen aber noch einige andere Keime. Der Körper selbst trägt zu einer Blasenentzündung bei, wenn die Immunabwehr durch Kälte, Stress oder andere Ursachen gestört wird. Zudem können hormonelle Faktoren die Schleimhaut in Harnröhre und Blase anfälliger machen. Zweitens ist die weibliche Harnröhre um ein Vielfaches kürzer als die männliche. Das bedeutet gerade für Bakterien wie E. coli: Kurze Wege, leichtes Spiel. Die Erkrankung verläuft deshalb auch von unten nach oben: Zuerst ist die Harnröhre betroffen, dann die Blase; in seltenen, aber schweren Fällen steigt die Entzündung über die Harnleiter bis ins Nierenbecken auf.

Wetter warm, Blase erkältet

Mütter und Omas warnen wahrscheinlich seit Generationen vor bauchfreien Oberteilen und kalten Böden. Mit gutem Grund: Das Auskühlen des Unterleibs begünstigt die Entstehung einer Blasenentzündung. Durch die Kälte lässt die Durchblutung nach. Krankheitserreger können dann schlechter vom Körper abgewehrt werden. Im Winter wappnen sich Töchter und Enkelinnen also gegen die Kälte. Aber wer rechnet schon an einem warmen Sommertag damit, sich zu verkühlen?

Dabei ist die Blasenentzündung durch nasse Badesachen ein Klassiker. Der klamme Bikini reicht bei empfindlichen Frauen bereits aus, um Beschwerden hervorzurufen. Aber auch wer keinen Ausflug zum Badesee macht, kann an den falschen Stellen auskühlen. Bei der Grillparty am Abend oder draußen im Biergarten bleibt es oft nicht so warm, wie erwartet.

Die Honeymoon Cystitis

Auch indirekt erhöht das Sommerwetter das Risiko für Blasenentzündungen: Im Sommer sind Menschen sexuell aktiver. Dadurch steigt das Risiko für Geschlechtskrankheiten quasi mit der Temperatur — aber auch das für Harnwegsinfekte. Beim Sex gelangen zum einen neue Bakterien in die Nähe der Harnröhre. Zum anderen wird ihnen der kurze Weg zur Blase auch auf mechanische Weise durch die Bewegung beider Partner leicht gemacht. Außerdem verändert sich der pH-Wert der Scheide bei ungeschütztem heterosexuellen Geschlechtsverkehr kurzfristig. Das kann das Wachstum und die Wanderung unerwünschter Bakterien zusätzlich fördern. Die Folge ist ein typischer Harnwegsinfekt. Dieser kommt jedoch so häufig vor, dass er im Englischen einen speziellen Namen bekommen hat: Honeymoon Cystitits – Flitterwochen-Blasenentzündung.

Blasenentzündungen haben im Sommer Saison

Natürlich holen sich Menschen auch in den Wintermonaten Harnwegsinfekte, aber im Sommer treten sie häufiger auf. Eine französische Forschergruppe zum Beispiel untersuchte die Häufigkeit von Blasenentzündungen anhand von Google-Suchanfragen und den Verkaufszahlen bestimmter Medikamente. Das Ergebnis: Im Sommer werden mehr Medikamente gegen Blasenentzündung verkauft und Dr. Google häufiger nach der Erkrankung gefragt.

Amerikanische Wissenschaftler, die die Häufigkeit schwerer Harnwegsinfekte untersuchten, bemerkten, dass jeden Sommer besonders viele Patienten deswegen im Krankenhaus behandelt werden müssen. Bei diesen Patienten handelt es sich um die Spitze des Eisbergs. Das Muster ist aber in beiden Studien gut erkennbar: Blasenentzündungen sind ein Sommerthema.

Du willst mehr erfahren?

In unserem Grundmodul Harnwegsinfekte und im nachfolgenden Aufbaumodul Blasenentzündung erfährst du, welche Formen von Harnwegsinfekten es gibt, was dabei im Körper passiert und was dagegen hilft.

 

Quellen:

Cornelisse VJ, Chow EPF, Chen MY, et al. Summer heat: a cross-sectional analysis of seasonal differences in sexual behaviour and sexually transmissible diseases in Melbourne, Australia Sex Transm Infect Published Online First: 06 November 2015. doi: 10.1136/sextrans-2015-052225

Rossignol L, Pelat C, Lambert B, Flahault A, Chartier-Kastler E, et al. (2013) A Method to Assess Seasonality of Urinary Tract Infections Based on Medication Sales and Google Trends. PLoS ONE 8(10): e76020. doi:10.1371/journal.pone.0076020
Simmering JE, Tang F, Cavanaugh JE, Polgreen LA, Polgreen PM. The Increase in Hospitalizations for Urinary Tract Infections and the Associated Costs in the United States, 1998–2011. Open Forum Infectious Diseases. 2017;4(1):ofw281. doi:10.1093/ofid/ofw281.
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Bild: allerletzte Zigaretten im Aschenbecher
Weltnichtrauchertag 2018 – Tabak als Herzensbrecher

Wenn es um das Thema „Rauchen“ geht, denken viele zuerst an Lungenkrebs. Dabei leidet das Herz zwischen den beiden Lungenflügeln mit. In diesem Jahr steht der Weltnichtrauchertag deshalb im Zeichen der Herzgesundheit. Unter dem Motto „Tobacco Breaks Hearts“ („Tabak bricht Herzen“) macht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf die schädlichen Auswirkungen des Rauchens auf das Herz-Kreislauf-System aufmerksam. In Deutschland setzt sich das Aktionsbündnis Nichtrauchen, zu dem unter anderem die Bundesärztekammer, die Deutsche Krebsgesellschaft und die Deutsche Herzstiftung gehören, an diesem Tag öffentlich für lückenlosen Nichtraucherschutz und mehr Beschränkungen beim Tabakverkauf ein.

Wie Rauchen aufs Herz schlägt

Schon eine Zigarette am Tag erhöht das Risiko, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden, um die Hälfte. Grund dafür ist die Wirkung von Nikotin auf das Nervensystem. Im Gehirn werden beim Rauchen neben dem Glückshormon Dopamin auch weitere Botenstoffe, darunter Adrenalin, ausgeschüttet. Der Körper erhält ein Alarmsignal. Das Herz beginnt schneller zu schlagen. Gleichzeitig verengen sich die Blutgefäße, sodass der Blutdruck steigt. Durch das Alarmsignal stellt der Körper auch schnelle Energie zur Verfügung. Zum einen in Form eines erhöhten Blutzucker-Spiegels, zum anderen durch einen schnelleren Fettabbau. Das führt dazu, dass Rauchen den Cholesterinwert erhöht. So trägt Rauchen zur Entwicklung von Arteriosklerose bei: Die Blutgefäße verhärten sich, es lagern sich Plaques darin ab. Das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko steigt.
Doch damit nicht genug: Nikotin lässt das Blut dicker werden. So können sich leichter Blutgerinnsel bilden. Das Risiko für Thrombosen und Schlaganfälle steigt zusätzlich.

Herzkreislauferkrankungen sind Todesursache Nr. 1

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind sowohl in Deutschland als auch weltweit Todesursache Nr. 1. Hierzulande kommt Lungenkrebs als Todesursache direkt an zweiter Stelle. Die Rolle, die Tabak dabei spielt, ist inzwischen bekannt. An diesem Weltnichtrauchertag wird nun daran erinnert, dass Rauchen einer der Täter ist, wenn es um die vielen Herztoten jedes Jahr geht.

Der Rauchstopp rettet

Was Tabak so tückisch macht, ist sein hohes Suchtpotential. Raucher hängen psychisch und körperlich an ihren Zigaretten. Ein sehr guter Grund aufzuhören ist jedoch: Das Risiko eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu bekommen kann durch einen Rauchstopp gesenkt werden. Nach dem ersten rauchfreien Jahr ist das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen nur noch halb so hoch. Deshalb ist es eigentlich nie zu spät, mit dem Rauchen aufzuhören. Auf die Bevölkerung als Ganzes bezogen zeigen Metaanalysen außerdem, dass Gesetze zum Schutz von Nichtrauchern die Rate an Neuerkrankungen um mehr als 10 % senken können.

Den Ausstieg leichter machen

Trotz des Belohnungseffekts von Nikotin und der körperlichen Entzugserscheinungen, gelingt es vielen Rauchern früher oder später wieder mit dem Rauchen aufzuhören. Meistens klappt das aber nicht auf Anhieb. So schätzt die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) in ihrer S3-Leitlinie zum Rauchstopp, dass zwei Drittel aller Rauchenden schon mindestens einmal versucht haben aufzuhören. Besonders die ersten Tage nach dem Rauchstopp sind hart. Ein wirksamer Weg sie zu überbrücken, ist die Nikotinersatztherapie. Dafür kommen in erster Linie Präparate wie nikotinhaltige Tabletten, Kaugummis, Sprays oder Pflaster in Frage. Mit ihnen können die Betroffenen Entzugserscheinungen wie schlechte Laune, Hunger, Probleme beim Einschlafen und Konzentrationsschwierigkeiten in Schach halten. Die Dosis wird dann über einen gewissen Zeitraum immer weiter verringert.
Zwar konsumieren Ex-Raucher mit nikotinhaltigen Präparaten noch Nikotin, aber immerhin ohne die vielen anderen schädlichen Bestandteile von Tabakrauch. Ein weiterer Effekt ist, dass die mit dem Rauchen verbundenen Verhaltensmuster aufgebrochen werden können. Wer sich zum Beispiel darauf konditioniert hatte, in langweiligen Situationen zu rauchen, muss jetzt andere Wege finden. Das ist gar nicht so einfach, kann aber funktionieren. Die in den letzten Jahren immer weiter verbreiteten E-Zigaretten sind laut S3-Leitlinie allerdings für den Rauchstopp nicht zu gebrauchen.

Mehr zum Thema Rauchen in den PTA-News:
Symbolbild Insektenschutz
Warum Zeckenschutz jetzt wichtig ist

Wenn die Tage wärmer werden, zieht es uns ins Freie. Nach einem sonnigen Tag im Grünen kann es aber passieren, dass wir auf unserer Haut etwas entdecken, das dort nicht sein sollte: eine Zecke. Oft hat sich diese dann schon in der Haut festgebissen. Den Kopf mit dem Stichwerkzeug hat sie dabei in der Haut versenkt, um Blut zu trinken. In diesem Fall sollte sie möglichst schnell entfernt werden.

Zecken richtig ziehen

Zecken haben sich im Laufe der Evolution aufs Festbeißen spezialisiert. Ihr Mundwerkzeug weist deshalb viele kleine Widerhaken auf. Schließlich brauchen Zecken für jeden ihrer Entwicklungsschritte auf dem Weg zum erwachsenen Tier Blut als Booster. Die Mahlzeiten selbst dauern mehrere Tage, erst dann lässt die Zecke freiwillig los. So lange sollte aber nicht gewartet werden. Die Herausforderung besteht jetzt darin, die Zecke aus der Haut zu ziehen, ohne dass die Stichwerkzeuge stecken bleiben – und ohne dass die Zecke dazu gebracht wird, Krankheitserreger ins Blut abzugeben. Deshalb ist es wichtig, die Zecke möglichst nah am Kopf zu packen. Dafür eignen sich spezielle Zeckenzangen aus der Apotheke am besten. Auch sogenannte Zeckenkarten als Greifhilfen, die in jedes Portemonnaie passen, sind gute und praktische Werkzeuge. Damit nicht Teile der Zecke in der Stichwunde stecken bleiben, sollte die Zecke immer gezogen und nicht herausgedreht werden.

Zecken als Krankheitsüberträger

Zecken tragen Bakterien und Viren in sich. Manche davon können auch für den Menschen gefährlich werden. In Deutschland gibt es vor allem zwei Krankheiten, die so von Zecken übertragen werden: Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).

Borreliose
Foto Erythema migrans

Erythema migrans Quelle: Wikimedia Commons

Borreliose ist eine Bakterieninfektion. Die Krankheit lässt sich in frühen Stadien gut mit Antibiotika behandeln. Zu den Symptomen zählen unter anderen Fieber, Kopfschmerzen, aber auch Lähmungen und Herzrhythmusstörungen. Borreliose kann aber auch chronisch werden und zu schweren Gelenk- und Nervenproblemen führen. Die meisten Symptome zeigen sich erst Wochen und Monate nach dem Zeckenstich. In neun von zehn Fällen reagiert die Haut binnen weniger Tage oder Wochen, an der Stelle, wo die Zecke war. Es bildet sich das sogenannte Erythema migrans, eine sich kreisförmig ausbreitende Hautrötung. Als eindeutiges Warnzeichen ist dieses Symptom gut zu erkennen, weil es optisch an eine Zielscheibe erinnert. Die Stichstelle sollte deshalb beobachtet werden, wenn eine Zecke entfernt wird.

FSME

Weite Teile Europas und der Süden Deutschlands gelten als FSME-Risikogebiete. Zecken in diesen Landstrichen tragen nachweislich das FSME-Virus in sich. Viele Infizierte haben trotzdem Glück. Bei ihnen bricht die Krankheit nicht aus. Die anderen leiden kurz an grippeähnlichen Symptomen, bevor es im zweiten Stadium zu einer Gehirnentzündung kommt. Diese ist gefährlich und kann Langzeitschäden verursachen. Glücklicherweise gibt es eine FSME-Impfung. Mit ihr können sich besonders Menschen, die in Risikogebieten im Wald oder Garten arbeiten, vor der Krankheit schützen.
Das Robert Koch Institut stellt eine aktuelle Karte der FSME-Risikogebiete für Deutschland zur Verfügung.

Zeckenschutz

Vom Frühjahr bis zum späten Herbst warten Zecken im Unterholz auf die nächste Mahlzeit – also auf uns. Beim Picknicken, Wandern; Beerenpflücken oder Spazierengehen mit dem Hund, können wir uns aber schützen: Lange Kleidung macht es Zecken schwer, eine Stelle zum Festbeißen zu finden. Modisch fragwürdig, aber effektiv ist es auch, die Socken über die Hosenbeine zu ziehen, wenn man querfeldein geht. Insektenschutzmittel verdirbt Zecken zusätzlich für einige Stunden den Appetit. Trotzdem ist es wichtig, nach dem Ausflug ins Grüne noch einmal genau nachzuschauen, ob nicht irgendwo eine Zecke sitzt. Das Risiko sich durch ihren Stich anzustecken, kann nämlich minimiert werden, wenn sie in den ersten Stunden auf die richtige Art entfernt wird.

Willst du mehr erfahren?

In unserem 🎓 Modul Insektenstiche erfährst du, mehr über den Schutz und die Behandlung von Insektenstichen.

Symbolbild: Sugar High - Zucker als ungesundes Suchtmittel
Wie schädlich ist Zucker?

Zum diesjährigen Diabetes Kongress warnen Experten erneut vor den schädlichen Auswirkungen von Zucker. Als einer der größten Dickmacher ist Saccharose  (Haushaltszucker) für den hohen Anteil von Übergewichtigen in der Bevölkerung mitverantwortlich. Adipositas (Fettleibigkeit) wiederum ist der größte Risikofaktor für die Entstehung von Diabetes Typ 2. Neueste wissenschaftliche Ergebnisse deuten nun darauf hin, dass Saccharose nicht nur als Kalorienbombe Schaden anrichtet: „Auch wenn die Gesamtkalorienzahl die Hauptrolle bei der Adipositas-Entstehung spielt, trägt Zucker aufgrund seiner Zusammensetzung gleich mehrfach dazu bei“, sagte Professor Dr. med. Andreas Pfeiffer auf einer Vorab-Pressekonferenz zum Diabetes Kongress, wo der Ernährungsforscher und Endokrinologe die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse zu den Auswirkungen des Zuckerkonsums erläuterte. Unabhängig vom Körpergewicht schadet Saccharose demnach dem Stoffwechsel gleich auf mehrere Arten.

Es beginnt im Dünndarm

Ein Saccharose-Molekül ist zusammengesetzt aus zwei sogenannten „Einfachzuckern“: Glucose und Fructose. Nach einer zuckerhaltigen Mahlzeit spaltet der Körper die Saccharose in diese beiden Bestandteile auf. Bei der Verdauung setzt die Glucose dann im oberen Dünndarm aus den sogenannten K-Zellen das Hormon Glucoseinduziertes Insulinotropes Peptid, (GIP), frei. GIP steuert den Abbau von Fettgewebe. Es sorgt auch dafür, dass der Körper nach dem Essen weniger Fett verbrennt. Weiterhin reguliert es auch die Durchblutung im Darm. Auf diese Weise gelangt die Glucose direkt in den ganzen Körper und sorgt so für ein Zucker-Hoch. Normalerweise wird Glucose zunächst in der Leber in Form des Speicherstoffs Glykogen gebunden.

Auch  im Gehirn greift GIP in den Stoffwechsel ein. Dort steigert es die Freisetzung von Neuropeptid Y (NPY).  Das Hormon wirkt wiederum appetitanregend. Gleichzeitig macht GIP träge, so dass weniger Kalorien verbrannt werden. GIP bewirkt also, dass die durch den Zucker zur Verfügung stehende Energie schneller eingelagert und langsamer verbrannt wird, während im Gehirn wieder die Lust auf mehr Zucker geweckt wird.

F wie „Fructose“ oder „Fettleber“

Aber was macht der Körper mit der aus Saccharose gewonnenen Fructose? Etwa 90 Prozent dieses Zuckers werden von der Leber unter hohem Energieverbrauch verstoffwechselt . Größere Mengen Fructose regen jedoch die Fettsynthese in der Leber an. Epidemiologische Studien bestätigen einen Zusammenhang zwischen Fettleber und dem Konsum von Fructose. „In kürzlich publizierten Studien an Kindern konnte sogar gezeigt werden, dass eine kurzfristige Einschränkung der Fructoseaufnahme zu einer schnellen Verbesserung der Fettleber führt“, erklärte Professor Pfeiffer. Darüber hinaus rege Fructose die Harnsäurebildung an. „Ein hoher Harnsäurespiegel kann Gicht auslösen und wird mit anderen Stoffwechselstörungen wie beispielsweise einem erhöhten Blutdruck und Insulinresistenz in Zusammenhang gebracht.“

Ist Isoglucose ein neuer Risikofaktor?

Während Saccharose ihre doppelt schädliche Wirkung erst entfaltet, wenn sie verdaut wird, besteht das weit verbreitete Süßungsmittel Isoglucose bereits aus einer 50:50-Mischung der beider Zucker. Auf dem Vormarsch ist auch Zuckersirup mit einem höheren Anteil an Fructose. Dieser aus Mais gewonnene Sirup ist auch als „High Fructose Corn Sirup“ (HFCS ) bekannt. Besonders in den USA wird dieser Zuckersirup als Süßungsmittel für Softdrinks verwendet. In Deutschland muss Zuckersirup, der mehr Fructose als Glucose enthält als „Fructose-Glucose-Sirup“ bezeichnet werden. Ab einem Anteil von 5% Fructose taucht Zuckersirup in deutschen Lebensmittel unter der Bezeichnung „Glucose-Fructose-Sirup“ auf.

Schon einige Monate vor dem Diabetes Kongress hatte die Deutsche Diabetes Gesellschaft in ihrem Gesundheitsbericht deshalb Alarm geschlagen. Sie warnte vor einer „Zuckersirup-Schwemme.“ Der Grund: Das Entfallen der Zuckermarktverordnung und der Quotenreglung für Isoglucose im Herbst 2017. Die befürchtete Konsequenz: Eine höhere Produktion von Zucker und damit auch ein noch stärkerer Einsatz des Dick- und Krank-Machers in verarbeiteten Lebensmitteln.

Fazit

Saccharose (Haushaltszucker) und ihre Bestandteile Glucose und Fructose sowie ihre Verwandten Isoglucose und Zuckersirup sind Wegbereiter unterschiedlicher Zivilisationskrankheiten. Nicht nur Adipositas und Diabetes werden durch hohen Zuckerkonsum verursacht. Wissenschaftliche Belege gibt es inzwischen auch für eine Verbindung von Zucker und nicht-alkoholinduzierter Fettleber, Zucker und Gicht sowie Zucker und hohem Blutdruck. Das Einzige, was hilft, ist Zucker in seinen unterschiedlichen Formen zu vermeiden. Dies entspricht sowohl der Empfehlung der WHO, als auch der der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Das Problem: Zucker ist nicht nur lecker, sondern versteckt sich gerade in Getränken und Lebensmitteln, die im Alltag allgegenwärtig sind. Durch neue gesetzliche Reglungen  wie dem Wegfall der Zuckermarktverordnung dürfte er in naher Zukunft auch noch schwerer zu vermeiden sein.

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Im Grundmodul Ernährung lernst du, worauf es bei gesunder, ausgewogener Ernährung außerdem ankommt.

 

 

 

 

Heuschnupfen im Überblick

Viele haben sie sicher bemerkt: die feine, gelbe Staubschicht, die dieser Tage Autos, Gartenmöbel, Fensterbretter und sogar Wasserflächen bedeckt. Es handelt sich dabei um den Pollen der derzeit blühenden Nadelbäume. Vor allem Fichten produzieren dieses Jahr extrem viel Blütenstaub. Dieser eher harmlose „Schwefelregen“ macht den jährlichen Pollenflug auch für Nicht-Allergiker erfahrbar. Wo der Gesunde derzeit zum Putztuch greift, greift der Allergiker jedes Jahr zum Taschentuch: das Frühjahr kommt für viele mit Augenbrennen und -jucken, mit Fließschnupfen und Niesattacken – kurz: mit Heuschnupfen. Verantwortlich dafür sind eine Vielzahl von Gräsern, Kräutern und Bäumen. Ihr Pollen ist unsichtbar aber umso tückischer. Laut dem Robert-Koch-Institut sind in Deutschland rund 15 % aller Erwachsenen und 11 % aller Kinder in ihrem Leben zumindest zeitweise von Heuschnupfen betroffen. Sie gehören zu den Allergikern, die rund 20 % der Gesamtbevölkerung ausmachen. Doch wie entstehen Allergien? Und was steht hinter den Symptomen?

Wenn das Immunsystem Fehlalarm schlägt

Von einer allergischen Reaktion sprechen wir dann, wenn das körpereigene Immunsystem eine unverhältnismäßig starke Abwehrreaktion auf bestimmte Stoffe zeigt. Der Körper verwechselt dabei einen eigentlich harmlosen Eindringling, etwa eingeatmeten Baumpollen, mit einem gefährlichen Fremdstoff. Die entsprechende Immunreaktion äußert sich in heftigen körperlichen Beschwerden: Diese reichen von Fließschnupfen, über ein Kribbeln im Mund, juckenden Hautausschlag bis hin zu Asthmaanfällen und anaphylaktischen Schock. Die Auslöser sind dabei patientenabhängig. Wichtige Allergene sind neben diversen Pollenarten auch Lebensmittel wie Hühnerei oder Erdnüsse sowie Insektengifte, Tierhaare und Hausstaub. Je nach Allergietyp kann es sofort zu einer Reaktion kommen oder auch erst mehrere Stunden oder Tage später. Heuschnupfen ist eine Allergie des sogenannten Sofort-Typs.

Der Sofort-Typ

Bei diesem Allergietypen bildet das Immunsystem spezifische Antikörper, nachdem es das erste Mal mit einem bestimmten Stoff in Berührung gekommen ist. Betroffene zeigen beim ersten Kontakt mit dem Allergen keine Symptome. Sind diese Menschen ihm danach aber erneut ausgesetzt, reagiert ihr Immunsystem – es kommt zur allergischen Reaktion. Warum der Körper Antikörper gegen eigentlich harmlose Stoffe bildet, ist nicht abschließend geklärt. Offenbar spielen genetische Faktoren hier ebenso eine Rolle wie die Umweltbedingungen und Lebensgewohnheiten Betroffener. Fest steht aber, dass die Zahl der Allergiepatienten beständig steigt. Jüngere sind dabei stärker betroffen als Ältere.

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Eine Allergie feststellen

Um Allergien gezielt behandeln zu können, ist es wichtig die allergieauslösenden Allergene zu kennen. Gerade bei Heuschnupfen kann der Test aufschlussreich sein. Pollen ist nämlich nicht gleich Pollen. Ob jemand auf Birken-oder Gräserpollen reagiert entscheidet darüber, zu welchem Zeitpunkt und an welchem Ort er besonders betroffen ist. Der Deutsche Wetterdienst hat in Zusammenarbeit mit der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst den Pollenflug-Gefahrenindex herausgebracht. Auf einer interaktiven Karte können Allergiker nachschauen, wie hoch die Belastung mit den acht wichtigsten allergenen Pollensorten ist und sein wird. Sie können dann vorbeugende Maßnahmen treffen. Die Pollen-Vorhersage nutzt Heuschnupfen-Patienten aber nur, wenn sie ihren persönlichen Feind kennen. Um hier Klarheit zu bekommen, ist es nötig, einen Allergietest zu machen. Hier gibt es mehrere Möglichkeiten. Beim Prick- und Provokationstest, wird der Patient gezielt mit den in Frage kommenden Allergenen in Berührung gebracht. Auch durch Bluttests können Allergien nachgewiesen werden. Dabei werden entweder freie IgE-Antikörper nachgewiesen oder bestimmte Entzündungsmarker erfasst.

Keine Besserung in Sicht

Allergien sind auf dem Vormarsch. Von der Volkskrankheit ist bereits ein Fünftel der Bevölkerung betroffen – Tendenz steigend. Durch den Klimawandel wird das Leben von Heuschnupfen-Patienten in Zukunft noch schwerer: Durch die Klimaerwärmung verkürzt sich der Winter als Schonzeit für Pollen-Allergiker. Die Pflanzen beginnen früher zu blühen und die Pollensaison dauert dadurch länger.

Quellen: Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst, Bergmann et. al (2016) Allergo J Int, Deutscher Wetterdienst, Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit

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