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Sodbrennen: „Dauerbrenner“ am HV-Tisch

Mann mit Sodbrennen

Rund jeder fünfte Deutsche leidet zumindest gelegentlich unter Sodbrennen. Als einer der klassischen Auslöser gelten zu große, zu fettige Mahlzeiten. Die brennenden Schmerzen hinter dem Brustbein und im oberen Magen sind in erster Linie unangenehm und lassen sich gut behandeln. Doch so einfach, wie es scheint, ist es mit Sodbrennen nicht. Es ist ein Symptom mit sehr vielen möglichen Ursachen. Zugleich kann Sodbrennen selbst zur Krankheitsursache werden. In diesem Beitrag schauen wir uns daher genauer an, woher Sodbrennen kommt und bis zu welchem Punkt Selbstmedikation die passende Antwort auf das Volksleiden ist.

Magensaft – ätzend aber hilfreich

Vielen ist es vielleicht nicht bewusst, aber der menschliche Körper produziert jeden Tag stark ätzende Salzsäure. Als wichtiger Bestandteil des Magensaftes sorgt sie dafür, dass der pH-Wert im Magen im sauren Bereich bleibt. Während der pH-Wert bei nüchternem Magen bis auf 1 absinken kann, liegt er nach einer Mahlzeit in der Regel zwischen 2 und 4. Indem sie ein saures Milieu schafft, arbeitet die Magensäure für uns: Sie hilft auf mehrere Arten dabei, den zerkauten Speisebrei verdaulich zu machen. Zum einen werden Eiweiße in der Nahrung durch die Säure aufgespalten und sind so leichter verdaulich. Zum anderen kann die Säure Krankheitserreger, die auf schlecht gewaschenem Salat oder nicht durchgebratenem Fleisch sitzen, abtöten.

Für Menschen mit Sodbrennen wird Magensäure aber zum Problem. Die auch als „Refluxösophagitis“ bekannten Beschwerden entstehen, wenn die Magensäure an die falsche Stelle gelangt – nämlich in die Speiseröhre.

Ab wann wird aus dem Volksleiden eine Krankheit?

Zur Krankheit wird Sodbrennen dann, wenn sich die Speiseröhre durch den ständigen Kontakt mit der Magensäure entzündet. Krankheitswert hat auch Sodbrennen, das häufiger als zwei Mal pro Woche oder länger als zwei Wochen am Stück auftritt. In diesen Fällen ist nämlich die Schleimhaut der Speiseröhre akut gefährdet. Fachleute unterscheiden hier zwischen nicht-erosiver und erosiver Refluxösophagitis. „Nicht-erosiv“ bedeutet, dass trotz des Aufsteigens von Magensaft keine Entzündung vorliegt. Umgekehrt ist die Speiseröhre bei der erosiven Form entzündet. Wenn sie immer weiter gereizt wird, wird die Entzündung chronisch. Das ist deshalb schlecht, weil der Körper schließlich reagiert, indem er die normalen die Speiseröhre auskleidenden Zellen durch Darmschleimhaut ersetzt. Diese Veränderung bzw. Metaplasie lässt sich bei Untersuchungen mit dem Endoskop erkennen und ist als „Barett-Ösophagus“ bekannt. Schleimhautzellen, die sich stark verändern, sind deshalb ein Problem, weil sie sehr teilungsfreudig sind. Es besteht die Gefahr, dass sie zu Krebszellen entarten.

Aufsteigender Magensaft kann aber auch an anderen Stellen im Körper Schaden anrichten. Er kann die Lunge, den Hals und den Zahnschmelz angreifen. Asthma, Kehlkopfentzündungen und Zahnschäden können die Folge sein. Daher ist es ratsam, bei zu häufigem oder langandauernden Sodbrennen mit seinem Arzt zu sprechen.

Sodbrennen ist gut behandelbar

Meist kommt es zu Sodbrennen, weil der Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre nicht richtig schließt. Das kann am Muskel selbst liegen, der zum Beispiel durch Nikotin, Östrogen, aber auch bestimmte Psychopharmaka an Kraft verliert. In anderen Fällen kann das Zwerchfell eine Fehlbildung aufweisen, die Schließmuskel und Magen bei ihrer Arbeit behindert. Bei manchen Übergewichtigen drückt das Fettgewebe aus dem Bauch von unten auf den Magen und presst den Magensaft förmlich nach oben. Kann der Arzt eine Ursache ausmachen, können auch die passenden Maßnahmen getroffen werden. Ziel der Therapie ist es, durch Schutz der Speiseröhre eine Entzündung zu verhindern oder ihr die Möglichkeit zu geben, abzuheilen.

Es kann ausreichen, Auslöser wie besonders fettige Speisen zu meiden und sein Essverhalten anzupassen. Statt großer Mahlzeiten werden dann zum Beispiel mehrere kleine eingenommen. Auch eine Gewichtsreduktion oder ein Rauchstopp können langfristig sinnvoll sein.

Mittel- und Langfristig helfen zudem Medikamente, die die Produktion von Magensäure drosseln. In weniger schweren Fällen sind dies H2-Rezeptorblocker. Stärker wirken sogenannte Protonenpumpenhemmer (PPI).

Kurzfristig hilft es, die Magensäure mit Antazida zu neutralisieren. Eine ebenfalls lokal und physikalisch wirksame Alternative hierzu sind Alginat-Präparate. Diese bilden bei der Einnahme eine Schicht aus Gelschaum auf dem Magensaft. Wenn dieser in Richtung Speiseröhre steigt, verhält sich die Gelschaum-Schicht wie ein schützender Deckel.

Zusammengefasst

Sodbrennen ist häufig, aber nicht immer harmlos. Wenn Magensäure nämlich zu oft aufwärts in die Speiseröhre fließt, kann sie dort und an den angrenzenden Körperstellen Schaden anrichten. Sobald die Beschwerden zum „Dauerbrenner“ werden, sollten Betroffene deshalb zum Arzt gehen. Obwohl es Mittel gibt, die kurzfristig helfen, sollten die Ursachen der Beschwerden erkannt und wenn möglich ebenfalls behandelt werden.

 

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