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Ich packe meinen Koffer: Was gehört in die Reiseapotheke?

Frau mit Koffer

„Wie kann ich mich gut vorbereiten, damit mein Urlaub nicht vermiest wird, auch wenn etwas passiert?“ Diese Frage stellen sich viele zu Beginn der Sommerferien. Natürlich kommt es immer darauf an, wohin die Reise geht. Auch die Dauer des Aufenthalts, geplante Aktivitäten und natürlich die Sprachbarriere spielen eine Rolle.
Hier folgen Tipps zur Vorbereitung und Vermeidung der häufigsten Gesundheitsbeschwerden im Urlaub:

Sonnenbrand

Sonnenschutz ist im Sommer ein Must-have. Viele Urlauber unterschätzen die Sonne aber. Sie cremen sich nicht richtig ein, vergessen nachzucremen oder verzichten an bewölkten Tagen einfach auf Sonnenschutz. Das Ergebnis ist oft ein je nach Hauttyp mehr oder weniger starker Sonnenbrand. After-Sun-Präparate wurden entwickelt, um gesunder Haut nach dem Sonnenbad Kühlung und Feuchtigkeit zu spenden. Bei leichteren Sonnenbränden können sie dadurch etwas Linderung verschaffen. Da ein Sonnenbrand medizinisch betrachtet eine durch UV-Strahlung verursachte Entzündung der Haut ist, können apothekenpflichtige cortisonhaltige Cremes hier eine sinnvolle Behandlungsoption sein. Verschreibungsfreie Schmerzmittel aus der Reiseapotheke helfen auch noch bei mittelschwerem Sonnenbrand.

Beratungstipp: Es gibt auch cortisonhaltige Hautsprays. Diese können eine gute Option sein, wenn die Haut durch den Sonnenbrand sehr schmerzempfindlich ist, da sie einfach nur aufgesprüht werden und das Einreiben mit der Hand entfällt.

Insektenstiche

Genau wie Sonnenbrand gehören Insektenstiche zu den Dingen, die im Idealfall gar nicht erst passieren sollten. Mücken übertragen an vielen Orten der Welt Krankheiten wie Malaria oder Dengue-Fieber. Außerdem lösen die Stiche eine Immunreaktion beim Opfer aus: Der Stich wird rot, juckt, es bildet sich eine Quaddel oder sogar eine größere Schwellung. Doch nicht nur Mücken sind eine Gefahr, auch andere Insekten, wie Bremsen können stechen. Und auch die Gefahr durch Zeckenbisse sollte nicht unterschätzt werden.

Gegen Malariamücken haben sich DEET-haltige Insektenschutzmittel bewährt. Allerdings ist DEET ein aggressiver Wirkstoff. Er greift Textilien und Kunststoffe an. Wer nicht in Malaria-Risikogebiete reist und sich gegen andere Insektenarten schützen will, kann gut auf Insektenschutzmittel mit Icaridin oder PMD zurückgreifen. In jedem Fall aber gehört Insektenschutz zur Grundausstattung für den Sommerurlaub. Mittel gegen Insektenstiche, sei es als Stift, Salbe oder Spray, sollten zusätzlich Teil der Reiseapotheke werden. Diese können gegen Schwellungen und Entzündungsreaktionen helfen, die Stichstelle kühlen oder den Juckreiz mildern. Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) empfiehlt, auch Allergiemedikamente zur Reiseapotheke hinzuzufügen.

Magen-Darm-Beschwerden

Wenn es um Lebensmittel geht, gilt besonders auf Fernreisen die alte Regel: Cook it, peel it, boil it, or forget it! – Koch es (ab), schäl‘ es oder vergiss es! Rohe Lebensmittel, die vielleicht auch noch mit keimbelasteten Leitungswasser abgewaschen wurden, können Krankheitserreger enthalten. Durchfallerkrankungen sind unter Touristen deshalb sehr häufig. Die Folge: Verlorene Urlaubstage, denn viele trauen sich nicht aus dem Hotelzimmer, weil sie nicht wissen können, wo im Notfall die nächste Toilette ist. Ein Mittel gegen akuten Durchfall sollte also mitreisen – genau wie etwas um Verdauungsbeschwerden wie Sodbrennen oder Verstopfung in den Griff zu bekommen. Im Urlaub wird oft anders gegessen und manche Mägen reagieren auf die Umstellung empfindlich. Wer andererseits zu Reisekrankheit neigt, sollte ebenfalls entsprechend vorsorgen und etwas gegen Übelkeit einpacken. Rezeptfrei sind Präparate mit Antihistaminika. Wer auf pflanzliche Wirkstoffe setzt, nimmt Ingwer in Form von Tee- oder Kapseln.

Erkältungen

Auf längeren Flugreisen können die Schleimhäute austrocknen, neue Orte halten Krankheitserreger parat, die das Immunsystem noch nicht kennt und in den wärmsten Ländern blasen die Klimaanlagen die kälteste Luft ins Hotelzimmer. Das schafft alles gute Voraussetzungen, um sich im Urlaub zu erkälten. Daher gehören auch Erkältungs- und Halsschmerzmittel in die Reiseapotheke. Nützliche Begleiter sind auch ein Fieberthermometer und das passende Fiebermittel. Außerdem bewähren sich bei Erkältungen Schmerzmittel wie ASS, Paracetamol und Ibuprofen.

Kleinere Verletzungen

Gerade im Aktiv- oder Familienurlaub sind kleine Verletzungen häufig. Ein kleiner Verbandskasten, Desinfektionsmittel sowie Wund- und Heilsalbe, sollten deshalb mit in den Koffer. Bei Sportverletzungen (und Sonnenbrand) helfen auch Kühlkompressen.

Persönliche Reiseapotheke und reisemedizinische Beratung

Natürlich sieht die Reiseapotheke für einen Wanderurlaub in Schweden anders aus als die für Ferien am Strand in Südostasien. Außerdem reist die Krankengeschichte jedes Reisenden mit. Patienten, die dauerhaft Medikamente einnehmen, sollten vor der Reise mit ihrem Arzt sprechen. So stellen sie sicher, dass sie über den Urlaub versorgt sind und ihre Medikamente auch ohne Probleme durch die Sicherheitskontrolle am Flughafen bekommen. Bei längeren Flugreisen sollte auch das Thromboserisiko berücksichtigt werden.

Beratungstipp: Lebenswichtige Medikamente immer doppelt mitführen – einmal im Reisegepäck und einmal im Handgepäck. So ist man sicher, wenn Gepäck verloren geht.

Gegen manche Krankheiten wie Gelbfieber oder Typhus existieren Impfungen. Bei Reisen in entsprechende Gefährdungsgebiete gibt es die Möglichkeit, sich vorsorglich impfen zu lassen. Das sind alles Themen, die vor der Reise mit einem Arzt abgesprochen werden können. Sogenannte Tropeninstitute bieten in Deutschland eine reisemedizinische Beratung an. Die Kosten dafür werden von vielen Krankenkassen zumindest teilweise erstattet. Wie die persönliche Reiseapotheke aussieht, richtet sich dann auch nach dem Ergebnis einer solchen Beratung.

Beratungstipp zum Schluss: Wenn es um wichtige Medikamente geht, und wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich vor der Reise informieren, wie das Medikament im Urlaubsland heißt und wie die Packung dort aussieht. Hilfreich ist auch, das entsprechende Bild auf dem Smartphone zu speichern. Im Notfall kannst du dieses dem Arzt oder Apotheker vor Ort zeigen.

Willst du mehr wissen?

Mehr über urlaubstypische Beschwerden und die Möglichkeiten, sie zu behandeln erfährst du im Grundmodul Magen-Darm, im Grundmodul Wundbehandlung sowie in den Aufbaumodulen zu Sonnenbrand und Insektenstichen.

 

Quellen:

Rahlenbeck, SMüller-Stöver, IDoggett, S: Insektenschutz: Wie man das Stichrisiko senkt, in: Dtsch Arztebl 2013; 110(29-30): A-1432 / B-1256 / C-1239

ABDA (Hg.): Checkliste Reiseapotheke

Robert Koch Institut (Hg.): Epidemiologisches Bulletin vom 24. August 2017/Nr. 34 unter: rki.de

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