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Weltnichtrauchertag 2018 – Tabak als Herzensbrecher

Bild: allerletzte Zigaretten im Aschenbecher

Wenn es um das Thema „Rauchen“ geht, denken viele zuerst an Lungenkrebs. Dabei leidet das Herz zwischen den beiden Lungenflügeln mit. In diesem Jahr steht der Weltnichtrauchertag deshalb im Zeichen der Herzgesundheit. Unter dem Motto „Tobacco Breaks Hearts“ („Tabak bricht Herzen“) macht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf die schädlichen Auswirkungen des Rauchens auf das Herz-Kreislauf-System aufmerksam. In Deutschland setzt sich das Aktionsbündnis Nichtrauchen, zu dem unter anderem die Bundesärztekammer, die Deutsche Krebsgesellschaft und die Deutsche Herzstiftung gehören, an diesem Tag öffentlich für lückenlosen Nichtraucherschutz und mehr Beschränkungen beim Tabakverkauf ein.

Wie Rauchen aufs Herz schlägt

Schon eine Zigarette am Tag erhöht das Risiko, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden, um die Hälfte. Grund dafür ist die Wirkung von Nikotin auf das Nervensystem. Im Gehirn werden beim Rauchen neben dem Glückshormon Dopamin auch weitere Botenstoffe, darunter Adrenalin, ausgeschüttet. Der Körper erhält ein Alarmsignal. Das Herz beginnt schneller zu schlagen. Gleichzeitig verengen sich die Blutgefäße, sodass der Blutdruck steigt. Durch das Alarmsignal stellt der Körper auch schnelle Energie zur Verfügung. Zum einen in Form eines erhöhten Blutzucker-Spiegels, zum anderen durch einen schnelleren Fettabbau. Das führt dazu, dass Rauchen den Cholesterinwert erhöht. So trägt Rauchen zur Entwicklung von Arteriosklerose bei: Die Blutgefäße verhärten sich, es lagern sich Plaques darin ab. Das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko steigt.
Doch damit nicht genug: Nikotin lässt das Blut dicker werden. So können sich leichter Blutgerinnsel bilden. Das Risiko für Thrombosen und Schlaganfälle steigt zusätzlich.

Herzkreislauferkrankungen sind Todesursache Nr. 1

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind sowohl in Deutschland als auch weltweit Todesursache Nr. 1. Hierzulande kommt Lungenkrebs als Todesursache direkt an zweiter Stelle. Die Rolle, die Tabak dabei spielt, ist inzwischen bekannt. An diesem Weltnichtrauchertag wird nun daran erinnert, dass Rauchen einer der Täter ist, wenn es um die vielen Herztoten jedes Jahr geht.

Der Rauchstopp rettet

Was Tabak so tückisch macht, ist sein hohes Suchtpotential. Raucher hängen psychisch und körperlich an ihren Zigaretten. Ein sehr guter Grund aufzuhören ist jedoch: Das Risiko eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu bekommen kann durch einen Rauchstopp gesenkt werden. Nach dem ersten rauchfreien Jahr ist das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen nur noch halb so hoch. Deshalb ist es eigentlich nie zu spät, mit dem Rauchen aufzuhören. Auf die Bevölkerung als Ganzes bezogen zeigen Metaanalysen außerdem, dass Gesetze zum Schutz von Nichtrauchern die Rate an Neuerkrankungen um mehr als 10 % senken können.

Den Ausstieg leichter machen

Trotz des Belohnungseffekts von Nikotin und der körperlichen Entzugserscheinungen, gelingt es vielen Rauchern früher oder später wieder mit dem Rauchen aufzuhören. Meistens klappt das aber nicht auf Anhieb. So schätzt die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) in ihrer S3-Leitlinie zum Rauchstopp, dass zwei Drittel aller Rauchenden schon mindestens einmal versucht haben aufzuhören. Besonders die ersten Tage nach dem Rauchstopp sind hart. Ein wirksamer Weg sie zu überbrücken, ist die Nikotinersatztherapie. Dafür kommen in erster Linie Präparate wie nikotinhaltige Tabletten, Kaugummis, Sprays oder Pflaster in Frage. Mit ihnen können die Betroffenen Entzugserscheinungen wie schlechte Laune, Hunger, Probleme beim Einschlafen und Konzentrationsschwierigkeiten in Schach halten. Die Dosis wird dann über einen gewissen Zeitraum immer weiter verringert.
Zwar konsumieren Ex-Raucher mit nikotinhaltigen Präparaten noch Nikotin, aber immerhin ohne die vielen anderen schädlichen Bestandteile von Tabakrauch. Ein weiterer Effekt ist, dass die mit dem Rauchen verbundenen Verhaltensmuster aufgebrochen werden können. Wer sich zum Beispiel darauf konditioniert hatte, in langweiligen Situationen zu rauchen, muss jetzt andere Wege finden. Das ist gar nicht so einfach, kann aber funktionieren. Die in den letzten Jahren immer weiter verbreiteten E-Zigaretten sind laut S3-Leitlinie allerdings für den Rauchstopp nicht zu gebrauchen.

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