Posts Tagged : Bauchschmerzen

Blähungen
Blähungen – ein unangenehmes Thema

Jeder Mensch muss pupsen, sogar durchschnittlich acht bis zehn Mal am Tag. Blähungen sind etwas ganz Natürliches und überlebenswichtig für uns. Trotzdem sind sie den meisten Menschen unangenehm. Oft hängt das mit den damit verbundenen Geräuschen und Gerüchen zusammen. So verkneifen sich einige ihre Pupse sogar so lange, bis sie Bauchschmerzen bekommen. Richtig unangenehm kann es jedoch für diejenigen werden, die unter Flatulenzen leiden. Unter Flatulenzen wird ein verstärktes Entweichen von Darmgasen verstanden. Solche krankhaften Blähungen können den Alltag der Betroffenen stark einschränken. Es kann vorkommen, dass Betroffene mehr als 24 Mal am Tag pupsen müssen. Da stellt sich das Einhalten von Darmwinden etwas schwieriger heraus.

Doch wieso pupsen wir und was passiert währenddessen in unserem Körper?

Wenn wir essen, schlucken wir mit der aufgenommenen Nahrung gleichzeitig Luft. Menschen, die hastiger essen, schlucken dabei mehr Luft. Weil die Luft wieder raus muss, sucht sie sich verschiedene Ausgänge. Sie kann wieder aus dem Magen durch die Speiseröhre entweichen, was wir als Rülpsen oder Aufstoßen kennen. Da nicht die gesamte Luft auf diesem Weg heraustransportiert wird, gelangt ein kleiner Teil der Luft in die unteren Etagen des Verdauungstrakts, dem Darm. Zusätzlich fallen im Darm Gase an, die bei der Verdauung selbst entstehen. Auch diese wollen den Körper wieder verlassen. Ein Teil der eingeatmeten Luft und der entstandenen Darmgase können über das Blut in die Lungen gelangen und wieder ausgeatmet werden. Der andere Teil muss den engen Darm passieren.

Sobald die restlichen Darmgase im hinteren Teil des Darms, dem inneren Schließmuskel angekommen sind, realisiert das Gehirn: Ich muss Pupsen. Doch bevor ein Pups entweicht, überprüft das Gehirn erst einmal unsere Außenwelt. Ist die Situation vielleicht gerade unpassend? Befinden wir uns in einer Teambesprechung? Oder sitzen wir gemütlich zu Hause auf dem Sofa? Je nach Situation gibt das Gehirn das passende Signal zurück an den äußeren Schließmuskel. Der äußere Schließmuskel kann im Gegensatz zum inneren willentlich gesteuert werden. Wenn zum Beispiel das Gehirn entscheidet, dass es gerade unpassend ist, kann sich der äußere Muskel verschließen und den Pups für eine gewisse Zeit zurückhalten. Letztendlich können wir einen Pups nicht ewig zurückhalten, so dass er früher oder später entweichen muss. Besonders das häufige Zurückhalten von Pupsen und insbesondere bei anhaltenden Blähungen oder Flatulenzen kann zu Beschwerden, wie Völlegefühl und Bauchschmerzen führen.

Wie kommt es zu krankhaften Flatulenzen?

Häufig hängen Flatulenzen davon ab, was und wie wir essen. Zu schnelles Essen oder Sprechen beim Essen können zu mehr Luft im Bauch und somit auch zu übermäßigen Flatulenzen führen. Bestimmte Nahrungsmittel, wie Obst und Gemüse, Müsli und Milchprodukte können beim Verdauungsprozess mehr Gase produzieren und ebenfalls Flatulenzen begünstigen. Auch Hülsenfrüchte, Kohl, frisches Brot und Zwiebeln können aufblähend wirken. Unverträglichkeiten von Milch- oder Fruchtzucker oder eine gestörte Darmflora können ebenfalls zu Flatulenzen führen.

In den allermeisten Fällen sind Flatulenzen harmlos. Da sie aber lästig und unangenehm sein können, sollten Nahrungsunverträglichkeiten vermieden werden. Zusätzlich kann viel Bewegung helfen den Darm zu entlasten und unangenehme Flatulenzen vorzubeugen. Darüber hinaus kann eine Tasse Fenchel oder Kümmeltee auch nicht schaden.

 

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Quellen

Enders, Guilia: Darm mit Charme. Alles über ein unterschätztes Organ.

Berufsverband Deutscher Internisten e.V. (Hg.): Was gegen Blähungen hilft. (18.10.2017)

Pschyrembel online: Flatulenz. (09.2018)

Reizdarm
Hilfe bei Reizdarm

Jeder Mensch hat gelegentlich Darmbeschwerden. Blähungen, Bauchschmerzen oder Durchfall dürften den meisten nicht unbekannt sein. Häufig treten die Probleme auf, wenn wir etwas „Falsches“ essen oder an einer Magen-Darm-Grippe erkranken. In der Regel verschwinden die Probleme so plötzlich wie sie aufgetreten sind.

Personen mit Reizdarm haben dagegen wesentlich öfter und länger mit Darmproblemen zu tun. Bei einer Reizdarmerkrankung halten die Beschwerden häufig länger als 3 Wochen an und können somit den Alltag bestimmen. Denn bei langanhaltenden Beschwerden kann sich das dauerhaft auf die Lebensweise der Person auswirken. Alltägliche Dinge wie Restaurantbesuche werden vermieden, da die Beschwerden an öffentlichen Orten als unangenehm empfunden werden. Auf Reisen können sich die Probleme sogar verstärken und den Urlaub vermiesen. In fernen Ländern unterscheiden sich die lokalen Ernährungsgewohnheiten sehr stark von unseren, was Magen und Darm zusätzlich belasten kann. Zudem stehen die Betroffenen häufig allein mit ihren Problemen dar, weil sie sich schämen, über Beschwerden wie Blähungen und Verstopfungen zu sprechen.

Diagnose Reizdarm

Die Ursachen einer Reizdarmerkrankung sind bisher nicht genau geklärt. Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass bei Reizdarmpatienten die Darmbewegungen gestört sind. Zudem ist die Darmschleimhaut besonders empfindlich gegenüber Reizungen. Die Patienten reagieren außerdem empfindlicher auf Schmerzen, da die Schmerzschwelle im Darm im Vergleich niedriger ist.

Menschen, die unter einem Reizdarm leiden, können von vielen unterschiedlichen Symptomen geplagt werden. Häufig treten in Folge der Reizdarmerkrankung Beschwerden wie Bauchschmerzen, Stuhlunregelmäßigkeiten mit Verstopfung oder Durchfall, Blähungen und Völlegefühl auf. Der Schweregrad der Beschwerden kann dabei von Person zu Person unterschiedlich ausfallen.

Tipps gegen Reizdarmbeschwerden

Ein Reizdarm ist in der Regel nicht heilbar. Wir können den Darm allerdings durch bestimmte Verhaltensweisen unterstützen. Mit einer ausgeglichenen Lebensweise und einer gesunden Ernährung kann bereits viel für den Darm getan werden, damit dieser sich wohl fühlt.

Entspannungstechniken

Da der Darm sensibel darauf reagiert, wie wir uns gerade fühlen, sollten wir Stress so gut es geht vermeiden. Sind wir gestresst, kann sich das nämlich auf unseren Darm auswirken. So können häufig Entspannungstechniken wie Yoga-Übungen helfen, Stress zu bewältigen und das innere Gleichgewicht zu finden. Das wirkt sich auch positiv auf den Darm aus.

Gesundes und ausgewogenes Essen

Entscheidend für unsere Darmfunktion ist auch was und wie viel wir essen. Für eine gute Funktion des Darms eignen sich besonders naturbelassene Lebensmittel wie Obst und Gemüse. Nahrungsmittel, die nicht vertragen werden, sollten vermieden werden. Darüber hinaus ist eine Ballaststoffreiche Kost wichtig. Die deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt eine Menge von mindestens 30 g Ballaststoffe pro Tag. Hierbei sollte die empfohlene Menge beachtet werden, da bei vermehrter Aufnahme von Ballaststoffen der Darm überfordert werden kann und Blähungen entstehen können.

Es wird empfohlen, die tägliche Menge an Ballastoffen langsam zu steigern und nach eigenem Empfinden anzupassen. Gut geeignet für eine ballaststoffreiche Ernährung sind Haferflocken, Leinsamen oder Flohsamen, da sie die Gleitfähigkeit des Stuhls erhöhen.

Bewusstes Essen

Doch nicht nur was wir essen, sondern auch wie wir essen ist entscheidend für eine gute Darmfunktion. Indem wir bewusst essen, kann vieles für den Darm getan werden. Die Nahrung sollte deshalb langsam und in Ruhe gegessen werden. Ebenfalls sollte das Essen gut gekaut werden. Dazu empfiehlt es sich, das Essen bis zu 30-mal zu kauen ehe es runtergeschluckt wird. Die Nahrung wird bereits im Mund vorverdaut und kann somit die nachfolgenden Stationen Magen und Dünndarm entlasten.

Viel Trinken

Für eine gute Darmfunktion benötigt unser Körper viel Flüssigkeit. Fehlt dem Darminhalt Flüssigkeit, bewegt er sich zu langsam vorwärts und es kann zu Verdauungsproblemen wie beispielsweise Verstopfungen kommen kann. Wir sollten daher 2 Liter Wasser oder Tee am Tag trinken.

Viel Bewegung

Darüber hinaus beeinträchtigt zu wenig Bewegung die Darmfunktion. Sportarten, die die Bauchmuskeln trainieren wie zum Beispiel Wandern, Schwimmen oder Radfahren bringen unseren Darm dagegen in Schwung.

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Quellen

Presseinformation der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V.: Ballaststoffe – kein überflüssiger Ballast (2008)

Berufsverband Deutscher Internisten e.V. (Hg.): Was ist ein Reizdarm? , Abrufdatum 26.03.2019