Posts Tagged : Sommer

Asiatische Tigermücke
Klimawandel erhöht das Risiko für Mückenstiche und Zeckenbisse

Der Klimawandel bringt warmes Wetter in unsere Breiten. Milde Winter und T-Shirt-Temperaturen im Mai werden oft mit einem zwinkernden Auge als die „angenehme Seite“ des Klimawandels bezeichnet. Über die globale Erwärmung freuen sich aber auch andere: Zecken und Stechmücken.

Zecken-Sommer 2018

„Wir werden die höchste Zahl an Zecken in den letzten zehn Jahren haben.“, warnt beispielsweise Dr. Gerhard Dobler vom Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF). Er beruft sich dabei auf seine eigene Forschung sowie die Daten des Vorhersage-Tools der Veterinärmedizinischen Universität in Wien. Dieses Tool kann anhand verschiedener Daten, wie beispielsweise der Temperaturen der letzten Jahre und der Zahl der Wirtstiere schon im Winter vorhersagen, wie viele Zecken im darauffolgenden Sommer zu erwarten sind. Doblers Team selbst erfasst systematisch die Zahl der hungrigen Blutsauger durch Sammlungen in freier Wildbahn. Für das Jahr 2018 fasst der Experte seinen Befund wie folgt zusammen: „Wir haben die höchste Zahl von Zecken, die wir seit Beginn der Untersuchungen gesammelt haben – gut für die Zecken, schlecht für uns.“

Das Risiko bei einem Aufenthalt im Freien von einer Zecke gebissen zu werden ist also höher, weil es deutlich mehr Zecken gibt. Während Zecken früher oft vor allem auf hohen Gräsern und Sträuchern in der „wilden“ Natur zu finden waren, treten sie in letzter Zeit auch immer öfter in städtischen Grünanlagen auf. Das verstärkte Auftreten von Zecken erhöht gleichzeitig die Gefahr, sich durch Zecken mit Borreliose oder Frühsommer-Meningoenzephalitis anzustecken. Je nach Region geht man beispielsweise davon aus, dass 10 bis 30 % der Zecken Überträger der Borreliose sind.

Infektionsrisiko durch Mücken steigt

Aber auch aus der Luft droht Gefahr. In einer Meldung warnt die Kaufmännische Krankenkasse vor Stechmücken. Das warme Frühjahr hat diesen Insekten Aufwind beschwert. Sie sind in besonders großen Zahlen unterwegs und haben es auf menschliches Blut abgesehen. Der Trend zu höheren Temperaturen führt auch dazu, dass sich gefährliche Mückenarten wie die asiatische Tigermücke weiter ausbreiten. Diese ursprünglich in Asien heimische Art kann durch ihre Stiche unter anderem Dengue- und Gelbfieber übertragen. Bereits 2016 wurden dem Robert Koch Institut mehr Dengue-Fälle gemeldet als je zuvor.

Insgesamt ist die Gefahr, sich in Deutschland anzustecken derzeit noch gering, aber auch die Stiche heimischer Arten können Komplikationen verursachen. Dazu zählen einerseits allergische Reaktionen und andererseits Entzündungen der Einstichstelle. Zu Entzündungen kommt es, wenn der Teufelskreis aus Jucken und Kratzen eskaliert. Der Mückenstich verursacht zunächst leichten Juckreiz. Sich zu kratzen hilft kurzfristig, mittelfristig verstärkt es den Juckreiz aber. Es entstehen kleine Verletzungen in der Haut, die eine perfekte Eintrittspforte für Keime darstellen.

Vorsorge ist besser als Nachsorge

„Nicht kratzen!“ ist bei Mückenstichen ein entsprechend guter Rat. Noch besser ist es aber, gar nicht erst gestochen zu werden. Das gelingt einerseits mit mechanischem Schutz, also langer, heller Kleidung sowie Moskitonetzen und Fliegengittern, und andererseits mit Insektenabwehrmitteln, sogenannten Repellents.

Einer der bekanntesten Wirkstoffe ist Diethyltoluamid (DEET). Dieser Klassiker der Reisemedizin ist bezüglich seiner Schutzwirkung zwar als Goldstandard gesetzt, hat allerdings den Nachteil, dass er relativ aggressiv sein kann. Deshalb ist DEET für Kinder unter 3 Jahren und Schwangere nicht geeignet. Es reizt zudem Augen und Schleimhäute und kann Kleidung und Kunststoffe angreifen.

Für alle, die nicht auf schwere Geschütze, sondern auf verträglichen Mückenschutz für die ganze Familie setzen, gibt es Alternativen. Icaridin (früher Picaridin genannt) und PMD (p-Menthan-3,8-diol, bzw. Eucalyptus citriodora Öl) bewähren sich vergleichbar gut gegen heimische und tropische Mücken und Zecken. Icaridin gilt genau wie DEET als tropentauglich. Es wird als etwas hautverträglicher angesehen und greift keine Kunststoffe an. Bei Kindern unter 2 Jahren sollte es nicht angewendet werden. Das Biozid PMD wird aus den Blättern des Zitroneneukalyptus gewonnen. Es ist eines der wenigen pflanzlichen Mittel, dessen Wirksamkeit mit konventionellen Mitteln wie DEET oder Icaridin vergleichbar ist. Aufgrund der guten Verträglichkeit kann es bereits bei Kindern ab 1 Jahr angewendet werden. In Kanada wird es beispielsweise als Alternative für Menschen empfohlen, die allergisch auf konventionelle Repellents reagieren.

Stiche behandeln

Dass wir Insektenschutz brauchen, bemerken wir manchmal erst, nachdem wir gestochen wurden. Vielleicht war uns nicht bewusst, dass am Abend auch Stechmücken auf die Grillparty kommen. Vielleicht erweisen sich lange Kleidungsstücke wider alle Erwartung doch nicht als ausreichender Schutz. Das ist oft der Fall, wenn Zecken einen Weg in die Hosenbeine finden oder besonders aggressive Mücken einfach durch enganliegende, leichte Kleidung hindurch stechen.

Für Zecken gilt, dass sie möglichst früh gezogen werden müssen, ohne dass sie Speichel in die Bisswunde abgeben oder ihre Beißwerkzeuge in der Haut hängen bleiben. Wie das geht, verraten wir hier.

Bei der Versorgung von Mückenstichen gibt es unterschiedliche Ansätze.

Wärme: Sogenannte Stichheiler bieten Soforthilfe. Dabei handelt es sich um kleine Geräte mit einem stumpfen Ende, das auf Knopfdruck etwa 50 Grad heiß wird. Dieses Ende wird auf den Mückenstich gedrückt. Die Juckreiz-verursachenden Eiweiße aus dem Mückenspeichel werden durch die Hitze unschädlich gemacht. Gleichzeitig hemmt die Hitze auch die Histamin-Reaktion im Gewerbe. In Folge lassen sowohl der Juckreiz als auch die Schmerzen und die Schwellung nach.

Kälte: Insektenstiche zu kühlen ist ähnlich hilfreich. Dabei können Kompressen zum Einsatz kommen oder kühlend wirkende Gels oder Salben. Diese enthalten oft zusätzliche Wirkstoffe, die die Stichsymptome lindern helfen.

Antihistaminika und Hydrokortison: Die topische Behandlung mit Antihistaminika oder Hydrocortisonacetat hemmt die Entzündungsreaktion an der Einstichstelle. Beide Wirkstoffe helfen gegen Juckreiz und Quaddelbildung. In den Konzentrationen 0,25 % und 0,5% ist Hydrocortisonacetat dabei verschreibungsfrei.

Zusammengefasst

Die globale Erwärmung schafft in unseren Bereiten Bedingungen, unter denen sich Stechmücken und Zecken gut vermehren können. Wo es mehr Blutsauger gibt, steigt natürlich auch das Stichrisiko. Es gibt aber Einiges was wir tun können, um nicht gestochen zu werden. Wenn der Insektenschutz umgangen oder vergessen wird, können die akuten Stichfolgen auch mit unterschiedlichen Mitteln und Wirkstoffen behandelt werden.

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Symbolbild Sonnenbrand mit sehr rotem Urlauber am Strand
Sonnenbrand: Verbrannt und jetzt?

Ohne Sonnenschutz nicht in die Sommersonne. Diese Regel kennen die meisten. Viele beherzigen sie auch. Trotzdem gaben bei einer Forsa-Umfrage vier von zehn Deutschen an, mindestens einmal im Jahr einen Sonnenbrand zu haben. In diesem Beitrag wollen wir einen Blick darauf werfen, was passiert, wenn der Sonnenschutz nicht ausreichend war und wie ein Sonnenbrand behandelt werden kann.

Zu spät…

Gerade bei hellen Hauttypen genügt schon eine halbe Stunde Unachtsamkeit in Sachen Sonnenschutz, damit es zu spät ist. Die Folgen eines zu langen Aufenthalts in der Sonne hat so gut wie jeder schon einmal am eigenen Leib erfahren: Heiße, gerötete Haut, Schmerzen und Juckreiz. In schweren Fällen kommt es zusätzlich zu Schwellungen und Blasen auf der Haut. Zudem können systemische Symptome wie Fieber, Übelkeit und Kreislaufbeschwerden auftreten. Diese können auch Anzeichen für einen Sonnenstich oder Hitzeschlag sein. Treten nach dem Aufenthalt in der Sonne Kopfschmerzen, Schwindel, Erbrechen oder Schüttelfrost auf, ist das ein Alarmzeichen und ein Arzt sollte aufgesucht werden.

Was genau passiert bei einem Sonnenbrand?

Der Sonnenbrand heißt nicht nur so, sondern ist tatsächlich eine Verbrennung. Während bei einer normalen Verbrennung Hitze die Hautzellen schädigt, ist beim Sonnenbrand die Ultraviolettstrahlung (UV-Strahlung) verantwortlich. Im Gewebe werden als Reaktion auf die Sonnenschäden Entzündungsbotenstoffe freigesetzt. Die Entzündung wiederum verursacht binnen weniger Stunden die typischen Sonnenbrand-Symptome. Dabei liegt der Höhepunkt des akuten Sonnenbrands etwa 24 Stunden nachdem die Haut eine zu hohe UV-Strahlendosis abbekommen hat.
Wenn die akute Phase nach wenigen Tagen vorbei ist, kann es sein, dass die Haut sich von den inzwischen untergegangenen Zellen trennt. Dann „pellt“ sie sich. Ein großes Problem ist, dass sich die Haut dabei nie vollständig erholt. Bei jedem Sonnenbrand verursacht die Strahlung auch Schäden im Erbgut der Hautzellen. Dabei besteht das Risiko, dass die Schutzmechanismen des Körpers irgendwann versagen und die mutierten Zellen sich in Krebszellen verwandeln. Besonders gefährdet sind dabei Kinder, weil sich ihre Hautzellen durch das Wachstum besonders viel teilen und Fehler im Erbgut dadurch eher vervielfältigt werden.

Einen Sonnenbrand behandeln

Gegen das Krebsrisiko durch Sonnenbrand lässt sich leider im Nachhinein nichts machen. Die akuten Symptome können aber zum Glück gelindert werden. Wer sich einen Sonnenbrand zugezogen hat, sollte erst einmal viel trinken. Die gerötete Haut selbst kann gekühlt werden. Hierzu sind Kälte-Kompressen genauso geeignet, wie feuchte Umschläge, gekühlte Aprés-Sun-Lotion oder Quarkanwendungen. Von letzteren sollte allerdings abgesehen werden, wenn die Haut zu gereizt ist.
Gegen die Schmerzen können verschreibungsfreie Schmerzmittel aus der Hausapotheke, wie Ibuprofen oder ASS, genommen werden. Sie wirken nicht nur schmerzstillend, sondern auch entzündungshemmend.
Die Entzündung der Haut kann auch topisch behandelt werden. Hier kann der Arzneistoff Hydrocortison(-acetat) zum Einsatz kommen. Hydrocortison ist zur äußerlichen Anwendung in Konzentrationen von 0,25% und 0,5% von der Verschreibungspflicht freigestellt. Es lindert die Entzündungsreaktion direkt, sodass die Hauptsymptome Rötung, Schwellung, Erwärmung, Juckreiz und Schmerz gelindert werden. Durch die geringe Wirkstoffkonzentration und die topische Anwendung ist die Verträglichkeit im Allgemeinen sehr gut. Wichtig bei Sonnenbrand: Die richtige Darreichungsform. Da die Haut bei Sonnenbrand schmerzt und berührungsempfindlich ist, sind leichte Cremes, Gele oder ein Spray meist eine gute Wahl. Ein Spray kann sogar vollkommen kontaktlos und auch auf behaarter Haut gut angewendet werden. Nicht rezeptpflichtige Hydrocortisonprodukte helfen übrigens nicht nur bei Sonnenbrand, sondern auch bei Quallen- und Insektenstichen. Ähnlich wie Schmerzmittel und Sonnenschutz, werden sie als Bestandteil der Reiseapotheke empfohlen.
Schwere Sonnenbrände sind hingegen etwas, mit dem Betroffene zum Arzt gehen sollten. Dieser verschreibt im Ernstfall auch eine Behandlung mit systemischen Glucocortikoiden.

Fazit

Sonnenbrand ist häufig, aber keine Bagatelle. Jeder einzelne Sonnenbrand hinterlässt Spuren in der Haut. Ursache für die akuten Symptome des Sonnenbrands, allen voran die gerötete Haut, ist eine Entzündungsreaktion des Körpers. Diese lässt sich mit Hausmitteln sowie Mitteln aus der Apotheke gut behandeln. Deinen Kunden kannst du mit deiner Beratung also wortwörtlich helfen, ihre Haut zu retten.

Willst du mehr wissen?

Im blankAufbaumodul Sonnenbrand  erhältst du weitere Informationen zu diesem Thema. In unserem blankProduktmodul Solventol® HydroCort stellen wir dir topische Präparate zur Behandlungen von Sonnenbrand und anderen entzündlichen Hautreaktionen vor.

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Quelle

Forsa Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen mbH: Verhalten in Bezug auf Sonnenschutz (Stand Juli 2016) unter: https://www.dak.de/dak/download/forsa-ergebnisse-sonnenschutz-1829364.pdf, Abrufdatum: 06.07.2018

Symbolbild Quallenverbrennung
Quallenplage: Wenn Urlauber sich im Wasser verbrennen

Dass Mallorca vor wenigen Wochen wegen gefährlicher Gift-Quallen zeitweise seine Strände schließen musste, machte auch in Deutschland Schlagzeilen. Schließlich geht es hier um Deutschlands liebste Urlaubsinsel. Und was ist ein Strandurlaub ohne die Möglichkeit, im Meer schwimmen zu gehen? Inzwischen sind die Mallorquiner Strände wieder geöffnet. In der spanischen Zeitung El Mundo erklärte Meeresbiologe und Quallenexperte Josep Maria Gili, dass die Portugiesische Galeere (Physalia physalis), eine quallenartige Nesseltierart mit rund 20 Meter langen Tentakeln, wahrscheinlich nicht mehr an den Stränden auftauchen würde. Die aus vielen einzelnen Polypen bestehenden Lebensformen seien nämlich zu diesem Zeitpunkt im Jahr am Ende ihres Lebenszyklus‘ angelangt.

Immer mehr Quallen im Meer

Das Problem löst sich dadurch aber nur bedingt von selbst. Im Meer rund um die Balearen werden, so Gili, nämlich noch große Mengen an Leuchtquallen (Pelagia noctiluca), Segelquallen (Velella velella) und Lungenquallen (Rhizostoma pulmo) erwartet. Grund dafür sind die hohen Wassertemperaturen. Außerdem haben sich Quallen in den Weltmeeren in den letzten zwei Jahrzehnten massiv vermehrt. Auslöser sind der Klimawandel, aber auch die Überfischung. Wenn nämlich die quallenfressenden Fische weggefangen werden, bleiben viele Quallen übrig und können sich vermehren.
Quallen sind sehr einfache Lebewesen, die ohne Augen oder Gehirn auskommen. Man geht deshalb davon aus, dass sie nicht entscheiden, wohin sie schwimmen. Oft zieht sie die Strömung einfach mit. So kann es passieren, dass sie in Strandnähe getrieben oder sogar ans Ufer gespült werden. Badegäste sehen die toten Tiere dann als Glibberhaufen im Sand liegen.

Was passiert, wenn wir uns „vernesseln“

Manche Arten von Quallen sind im Wasser und zu Land gefährlich. Das Problem sind die Tentakel mit den vielen Nesselzellen. Diese Zellen sind wie kleine Sprengfallen aufgebaut. Wenn sie durch chemische Reize oder Berührungen ausgelöst werden, feuert jede Nesselzelle automatisch klebrige Fäden oder mikroskopische Giftharpunen mit Widerhaken ab. Eigentlich sind diese dazu da, kleine Meereslebewesen zu fangen, von denen die Qualle sich ernährt. Manche dieser Mikroharpunen können aber auch in die menschliche Haut eindringen. Das ist sehr schmerzhaft. Das Gift aus den Nesselzellen verursacht gleichzeitig Rötungen und Blasen. Zusätzlich kann es zu körperlichen Reaktionen kommen, im Extremfall zum anaphylaktischen Schock. Ein kleiner Trost ist, dass die Quallenarten mit tödlich starken Giften wie die Seewespe (Chironex fleckeri) nicht im Mittelmeer vorkommen. Touristen auf Mallorca sind vor ihnen sicher.

Erste Hilfe bei Quallen-Verbrennungen

Bei der Begegnung von Mensch und Qualle bleiben die Tentakel und Nesselfäden oft an der Haut kleben. Bevor die brennenden geröteten Stellen versorgt werden können, müssen diese erst einmal runter, um nicht noch mehr Schaden anzurichten. In den Tentakeln der Quallen befinden sich oft nämlich noch zahlreiche geladene Nesselzellen. Diese sind wie Blindgänger und müssen deshalb genauso behutsam behandelt werden. Werden sie zu fest angefasst oder etwa mit bloßen Händen oder einem Handtuch abgerubbelt, entladen sich die Nesselzellen. Dasselbe kann passieren, wenn versucht wird, die Verbrennung mit Süßwasser oder Alkohol abzuspülen. Die Nesselzelle merkt dann sozusagen, dass sie sich nicht mehr im Meer befindet und feuert. Deshalb ist es besser, eine Quallen-Verbrennung mit Meerwasser auszuspülen.

Die Tentakel selbst können mit einer Pinzette abgezupft werden. Ist keine zur Hand, kann auch trockener feiner Sand auf die Stelle gestreut werden. Die in Sand eingeschlossenen Quallenteile lassen sich dann mit einer Karte oder einer Kinderschaufel von der Haut kratzen. Für die Behandlung der Haut selbst sind antihistaminhaltige Salben geeignet.

Wenn jemand aber auf den Quallenstich stark allergisch reagiert oder größere Hautpartien betroffen sind, dann ist das ein Fall für die Notaufnahme.

Willst du mehr wissen?

In diesem kurzen Video (mit deutschen Untertiteln) lernst du mehr über Quallen und ihre besonderen Fähigkeiten.

Quellen:

Altmeyer P: Artikel: Dermatitis medusica in Altmeyers Enzyklopädie unter www.enzykloepaedie-dermatologie.de
Bartholomäus E: Reisemedizin: Was bei Kontakt mit Quallen zu beachten ist. In: Dtsch Arztebl 2009; 106(28-29): A-1438 / B-1226 / C-1194, online unter www.aerzteblatt.de
Erste Hilfe Zentrum Kiel: Feuerquallen unter: www.erste-hilfe-zentrum-kiel.de
Artikel: Cniden, in: Lexikon der Biologie, Heidelberg 1999 unter: www.spektrum.de

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Frau mit Blasenentzündung
Blasenentzündungen sind ein Sommerthema

Blasenentzündungen sind häufig. Am allerhäufigsten sind sie im Sommer. Und am häufigsten sind Frauen betroffen. Sogenannte Infektionen der unteren Harnwege sind für viele so normal, dass sie nicht gleich zum Arzt gehen, wenn sie die typischen Symptome verspüren: Harndrang trotz relativ leerer Blase, ein unangenehmes Brennen beim Wasserlassen und Schmerzen unterhalb des Bauchnabels.

Betroffene, die schon mindestens eine Blasenentzündung überstanden haben, wissen: Die Beschwerden klingen in leichteren Fällen nach ein paar Tagen von selbst wieder ab. Außerdem helfen meistens verschreibungsfreie Mittel aus der Apotheke sowie Hausmittel wie Wärmflaschen und Fußbäder. Dies gilt zumindest für unkomplizierte Infekte der unteren Harnwege, wie Fachleute sie nennen. „Unkompliziert“ heißt, dass nur die Blase akut betroffen ist und alle beteiligten Organe normal weiterfunktionieren. Das ändert allerdings nichts daran, dass auch unkomplizierte Infekte für Betroffene sehr unangenehm sind.

Eine Diagnose, viele Ursachen

Infekte der unteren Harnwege sind aus zwei Gründen häufig: Erstens gibt es viele Auslöser. Der häufigste Erreger ist das Darmbakterium E. coli. Auf der Liste möglicher Übeltäter stehen aber noch einige andere Keime. Der Körper selbst trägt zu einer Blasenentzündung bei, wenn die Immunabwehr durch Kälte, Stress oder andere Ursachen gestört wird. Zudem können hormonelle Faktoren die Schleimhaut in Harnröhre und Blase anfälliger machen. Zweitens ist die weibliche Harnröhre um ein Vielfaches kürzer als die männliche. Das bedeutet gerade für Bakterien wie E. coli: Kurze Wege, leichtes Spiel. Die Erkrankung verläuft deshalb auch von unten nach oben: Zuerst ist die Harnröhre betroffen, dann die Blase; in seltenen, aber schweren Fällen steigt die Entzündung über die Harnleiter bis ins Nierenbecken auf.

Wetter warm, Blase erkältet

Mütter und Omas warnen wahrscheinlich seit Generationen vor bauchfreien Oberteilen und kalten Böden. Mit gutem Grund: Das Auskühlen des Unterleibs begünstigt die Entstehung einer Blasenentzündung. Durch die Kälte lässt die Durchblutung nach. Krankheitserreger können dann schlechter vom Körper abgewehrt werden. Im Winter wappnen sich Töchter und Enkelinnen also gegen die Kälte. Aber wer rechnet schon an einem warmen Sommertag damit, sich zu verkühlen?

Dabei ist die Blasenentzündung durch nasse Badesachen ein Klassiker. Der klamme Bikini reicht bei empfindlichen Frauen bereits aus, um Beschwerden hervorzurufen. Aber auch wer keinen Ausflug zum Badesee macht, kann an den falschen Stellen auskühlen. Bei der Grillparty am Abend oder draußen im Biergarten bleibt es oft nicht so warm, wie erwartet.

Die Honeymoon Cystitis

Auch indirekt erhöht das Sommerwetter das Risiko für Blasenentzündungen: Im Sommer sind Menschen sexuell aktiver. Dadurch steigt das Risiko für Geschlechtskrankheiten quasi mit der Temperatur — aber auch das für Harnwegsinfekte. Beim Sex gelangen zum einen neue Bakterien in die Nähe der Harnröhre. Zum anderen wird ihnen der kurze Weg zur Blase auch auf mechanische Weise durch die Bewegung beider Partner leicht gemacht. Außerdem verändert sich der pH-Wert der Scheide bei ungeschütztem heterosexuellen Geschlechtsverkehr kurzfristig. Das kann das Wachstum und die Wanderung unerwünschter Bakterien zusätzlich fördern. Die Folge ist ein typischer Harnwegsinfekt. Dieser kommt jedoch so häufig vor, dass er im Englischen einen speziellen Namen bekommen hat: Honeymoon Cystitits – Flitterwochen-Blasenentzündung.

Blasenentzündungen haben im Sommer Saison

Natürlich holen sich Menschen auch in den Wintermonaten Harnwegsinfekte, aber im Sommer treten sie häufiger auf. Eine französische Forschergruppe zum Beispiel untersuchte die Häufigkeit von Blasenentzündungen anhand von Google-Suchanfragen und den Verkaufszahlen bestimmter Medikamente. Das Ergebnis: Im Sommer werden mehr Medikamente gegen Blasenentzündung verkauft und Dr. Google häufiger nach der Erkrankung gefragt.

Amerikanische Wissenschaftler, die die Häufigkeit schwerer Harnwegsinfekte untersuchten, bemerkten, dass jeden Sommer besonders viele Patienten deswegen im Krankenhaus behandelt werden müssen. Bei diesen Patienten handelt es sich um die Spitze des Eisbergs. Das Muster ist aber in beiden Studien gut erkennbar: Blasenentzündungen sind ein Sommerthema.

Du willst mehr erfahren?

In unserem blankGrundmodul Harnwegsinfekte und im nachfolgenden blankAufbaumodul Blasenentzündung erfährst du, welche Formen von Harnwegsinfekten es gibt, was dabei im Körper passiert und was dagegen hilft.

 

Quellen:

Cornelisse VJ, Chow EPF, Chen MY, et al. Summer heat: a cross-sectional analysis of seasonal differences in sexual behaviour and sexually transmissible diseases in Melbourne, Australia Sex Transm Infect Published Online First: 06 November 2015. doi: 10.1136/sextrans-2015-052225

Rossignol L, Pelat C, Lambert B, Flahault A, Chartier-Kastler E, et al. (2013) A Method to Assess Seasonality of Urinary Tract Infections Based on Medication Sales and Google Trends. PLoS ONE 8(10): e76020. doi:10.1371/journal.pone.0076020
Simmering JE, Tang F, Cavanaugh JE, Polgreen LA, Polgreen PM. The Increase in Hospitalizations for Urinary Tract Infections and the Associated Costs in the United States, 1998–2011. Open Forum Infectious Diseases. 2017;4(1):ofw281. doi:10.1093/ofid/ofw281.
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